Der Kreis von Helferinnen und Helfern um Otto Weidt

Bei seinen Hilfsaktionen ist Otto Weidt auf die Unterstützung vertrauenswürdiger Menschen angewiesen. Es gelingt ihm, mehrere Kreise von Helferinnen und Helfern aufzubauen, die von ihm koordiniert werden und eng miteinander verbunden sind – ohne, dass alle Beteiligten voneinander wissen. Sie unterstützen Otto Weidt und die Verfolgten mit Lebensmitteln, Kleidung, Papieren und Unterkünften oder warnen vor bevorstehenden Aktionen.

Otto Weidts Geschäftspartner Gustav Kremmert unterstützt verfolgte Jüdinnen und Juden mit Lebensmitteln, nimmt Verfolgte in seiner Wohnung auf und plant das Versteck der Familie Horn in der Werkstatt.

Die mit Otto Weidt befreundete Hedwig Porschütz besorgt Nahrungsmittel auf dem Schwarzmarkt. Sie nimmt 1943 vier untergetauchte Jüdinnen in ihrer Wohnung auf.

Als Leiter der Materialverwaltung der Jüdischen Gemeinde warnt Hans Rosenthal Otto Weidt und seine Belegschaft im Februar 1943 vor der als „Fabrik-Aktion“ bezeichneten Großrazzia.

Als die Familie Licht in einem von Otto Weidt organisierten Versteck lebt, behandelt der jüdische Arzt Dr. Gustav Held den schwer erkrankten Georg Licht. Seine nicht-jüdische Ehefrau Inge Held besorgt für Untergetauchte Medikamente bei der benachbarten Arzneimittelfirma Kuby & Co.

Theodor Görner, der in der Rosenthaler Straße 26 eine Druckerei betreibt, organisiert falsche Ausweise und beschäftigt in seinem Betrieb versteckt lebende Jüdinnen und Juden. Im ehemaligen Werkstattkeller in der Großbeerenstraße 92 bringt der Werbekaufmann Karl Deibel weitere Verfolgte unter.