Hedwig Porschütz

Die Prostituierte Hedwig Porschütz, geboren 1900, ist seit 1940 offiziell bei Otto Weidt angestellt. Sie beteiligt sich an Weidts Hilfs­aktionen und versteckt in ihrer Wohnung von Januar bis Sommer 1943 die Zwillinge Marianne und Annelies Bernstein. Im März 1943 nimmt sie auch Grete Seelig und deren Nichte Lucie Ballhorn auf. Die Unter­getauchten müssen die Wohnung mitunter verlassen, wenn sie gelegentlich von Freiern besucht wird. Als im selben Haus ein ebenfalls unter­getauchtes jüdisches Paar von der Gestapo aufgespürt wird, verlassen die Unter­getauchten das Versteck. Hedwig Porschütz versorgt sie weiterhin mit Lebens­­mitteln und bringt Grete Seelig und deren Nichte zeit­weise bei ihrer Mutter in Berlin-Schöneberg unter.

Hedwig Porschütz wird 1944 wegen „Kriegs­wirtschaft­verbrechen“ und „Hehlerei“ zu anderthalb Jahren Zuchthaus verurteilt, die sie von November 1944 bis Kriegsende im Arbeits­lager Erdmanns­dorf- Zillertal verbüßt. 1977 stirbt Hedwig Porschütz verarmt. Ihre Hilfs­leistungen sind zu ihren Lebzeiten nie anerkannt und gewürdigt worden, da ihr ein „niedriges sittliches und moralisches Niveau“ unterstellt worden ist.

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