Dauerausstellung
Die Dauerausstellung des Museums erzählt die Geschichte der Blindenwerkstatt Otto Weidt am historischen Ort. Hier, im Hinterhof der Rosenthaler Straße 39, beschäftigte der Kleinfabrikant Otto Weidt in seiner Bürstenwerkstatt während des Zweiten Weltkriegs hauptsächlich blinde, seh- und hörbehinderte Jüdinnen und Juden, die zur Zwangsarbeit verpflichtet worden waren.
Die Werkstätte war oft die letzte Zuflucht für die verfolgten Arbeiter*innen sowie ihre Angehörigen. Otto Weidt besorgte für seine von der Deportation bedrohten Angestellten Nahrungsmittel und falsche Papiere. Vermutlich im Januar 1943 gelang es ihm durch Bestechung der Gestapo, die abgeholten Arbeiter*innen aus dem Sammellager in der Großen Hamburger Straße zurückzubringen.
Weidt versteckte mehrere Menschen in einem erhalten gebliebenen fensterlosen Raum der Werkstatt und organisierte weitere illegale Quartiere. Außerdem versuchte er, einer ehemaligen Angestellten zur Flucht aus dem Konzentrationslager zu verhelfen.
Anhand von persönlichen Dokumenten wie Briefen, Gedichten und Fotografien zeichnet die Ausstellung das eindringliche Bild einer ständig von Verfolgung und Deportation bedrohten Lebenssituation. Zugleich werden die mutigen Versuche der jüdischen Angestellten dokumentiert, ihren Verfolgern zu entkommen, wie auch die dabei unerlässliche Unterstützung von Otto Weidt und dem Kreis seiner Helfer*innen.