Marianne Bernstein

Die jüdischen Zwillingsschwestern Marianne und Annelies Bernstein kommen 1922 in Königsberg zur Welt. Ihr Vater ist Inhaber einer Bank und nimmt sich nach öffentlichen antisemitischen Demütigungen 1933 das Leben. In der Hoffnung, auswandern zu können, gehen die beiden Schwestern nach Berlin und erlernen ab 1940 ein Handwerk. Annelies Bernstein lernt Schneidern, die fast blinde Marianne Bernstein das Bürsten­einziehen bei Otto Weidt.

Nachdem ihre Mutter 1942 deportiert worden ist, entschließen sich Marianne und Annelies Bernstein zur Flucht in den Untergrund. Im Januar 1943 nimmt Hedwig Porschütz auf Otto Weidts Bitten die Schwestern in ihrer Wohnung nahe dem Alexander­platz auf. Als im selben Haus ein ebenfalls untergetauchtes jüdisches Paar von der Gestapo aufgespürt wird, verlassen die Zwillinge im Sommer 1943 ihr Quartier. Hedwig Porschütz versorgt sie weiterhin mit Lebensmitteln. Danach finden sie ein weiteres Versteck, sind aber oft auch gezwungen, in Parks oder Bahnhofs­hallen zu übernachten. Nach einer Denunziation im Sommer 1944 verlassen sie Berlin und finden Arbeit und Unterschlupf bei verschiedenen Bauern in der Nähe von Breslau. Beide überleben das Kriegsende.
Im Frühjahr 1946 emigrieren Marianne und Annelies Bernstein in die USA.

 

Fotos und Dokumente