Hans Israelowicz
Hans Israelowicz wird 1924 als Sohn des jüdischen Kaufmanns Richard Israelowicz in Berlin geboren. Die Mutter Elise, geborene Paulick, stammt aus einem evangelischen Elternhaus und tritt mit ihrer Heirat 1921 zum jüdischen Glauben über. Infolge einer Erkrankung im Säuglingsalter ist Hans Israelowicz gehbehindert. Die Familie wohnt in der Brunnenstraße in Berlin-Mitte. Dort befindet sich auch das Bettengeschäft des Vaters, das in der Pogromnacht im November 1938 zerstört wird. Im Dezember 1941 stirbt Richard Israelowicz.
Im Zuge der „Fabrik-Aktion“ wird Hans Israelowicz Ende Februar 1943 festgenommen und in einem von der Gestapo beschlagnahmten Verwaltungsgebäude der Jüdischen Gemeinde in der Rosenstraße 2–4 gefangen gehalten. Vor diesem Haus kommt es zu einem beispiellosen Protest nicht-jüdischer Angehöriger, die die Deportation der mehreren Hundert Gefangenen befürchten. Auch die Mutter von Hans Israelowicz ist unter den Protestierenden. Innerhalb von vier Wochen werden fast alle Gefangenen freigelassen. Nach seiner Entlassung aus der Haft muss Hans Israelowicz in verschiedenen Betrieben Zwangsarbeit leisten. Im Dezember 1943 kommt er in die Blindenwerkstatt und wird dort als Bürsteneinzieher angelernt. Anfang 1945 erscheint er aus Angst vor der näher rückenden Front nicht mehr an seinem Arbeitsplatz. Als ihre Wohnung zur Jahreswende 1943/44 ausgebombt wird, ziehen Mutter und Sohn nach Berlin-Lichtenberg. Dort lebt Hans Israelowicz bis Kriegsende getarnt als Hans Paulick und überlebt die nationalsozialistische Verfolgung.