Inge Deutschkron

Die 1922 in Finsterwalde geborene Inge Deutschkron wächst in Berlin auf. Ab 1933 ist die Familie der Verfolgung durch die National­sozialisten ausgesetzt, da der Vater, Dr. Martin Deutschkron, Funktionär der SPD und Jude ist. Ihm gelingt 1939 die Flucht nach England. Der Beginn des Zweiten Weltkrieges verhindert, dass seine Ehefrau Ella und seine Tochter Inge ihm folgen können.

Inge Deutschkron leistet 1941 in der zur I.G. Farbenindustrie AG gehörenden Kunst­seidefabrik ACETA AG Zwangsarbeit. Absichtlich fügt sie sich eine Knieverletzung zu, sodass sie nach einer ärztlichen Untersuchung entlassen wird. Nach einem Hinweis der Jüdischen Gemeinde stellt sich die 19-Jährige bei Otto Weidt vor. Er kann sie einstellen, weil er Alfred Eschhaus, den Leiter der „Einsatzstelle für Juden“ des Berliner Arbeits­amtes, besticht. Auf Initiative der Familie Gumz tauchen Inge und Ella Deutschkron im Januar 1943 unter und können sich bei dieser verstecken. Otto Weidt beschafft Inge Deutschkron das Arbeitsbuch einer Nichtjüdin, später einen gefälschten Werk­ausweis auf den Namen Inge Richter. Etwa zwei Jahre arbeitet Inge Deutschkron in der Blindenwerkstatt. In den letzten Kriegs­monaten geben sich Inge und Ella Deutschkron als Flüchtlinge vor der heran­nahenden Roten Armee aus. Mit neuen Ausweisen auf den Namen Richter erleben sie das Kriegsende in Potsdam. Im Sommer 1946 reisen sie nach England, wo die Familie wieder vereint wird.

 

Fotos und Dokumente