Simon Weiß
gest. 15.12.1977, Berlin
Simon Weiß wird am 3. Mai 1900 in Berlin geboren. Nach dem Besuch der Volksschule macht er eine kaufmännische Lehre und arbeitet ab 1917 für drei Jahre bei der Deutschen Bank. Im Alter von 21 Jahren erblindet er infolge einer Erkrankung an grünem Star vollständig. Simon Weiß besucht für ein Jahr die Jüdische Blindenanstalt in Berlin-Steglitz und arbeitet ab 1922 als Musiker. 1939 wohnt er in der Rykestraße 8 in Berlin-Prenzlauer Berg. Ein Jahr später absolviert er einen von Otto Weidt geleiteten Umschulungskurs zum Bürsteneinzieher und arbeitet anschließend in diesem Beruf in der Blindenwerkstatt.
Durch die Heirat mit seiner nicht-jüdischen Ehefrau Anna, geborene Braun, bleibt er von der Deportation verschont. Ihre gemeinsame Tochter und der Sohn kommen 1927 und 1938 zur Welt. Um die Kinder zu schützen, kehrt Anna Weiß 1940 vom jüdischen Glauben, den sie nach der Hochzeit angenommen hat, zurück zur evangelischen Konfession. Nach Kriegsende lebt das Ehepaar Weiß weiterhin im Prenzlauer Berg. Simon Weiß bleibt bis 1951/52 bei Otto Weidt beschäftigt. Er stirbt am 15. Dezember 1977 in Berlin.
