Robertine Liese

geb. 12.04.1907, Berlin –
gest. 22.04.1968, Osterode
Portraitfoto Robertine Liese

Robertine Kreuzer wird 1907 in Berlin-Wedding geboren. Sie ist römisch-katholischer Konfession und kommt aus einer Sinti-Familie. Die Familie ist viel auf Reisen. Nach dem frühen Tod ihrer Eltern arbeitet sie von 1929 bis 1931 in verschiedenen Zirkusunternehmen als Artistin. Seit 1931 ist sie mit dem Damenschneider Walter Liese verheiratet. Die Ehe bleibt wahrscheinlich kinderlos. Zunächst bietet ihr die Ehe mit dem als „deutschblütig“ geltenden Walter Schutz vor der Verschleppung in das kommunale Zwangslager und einer Deportation.

1939 zieht das Ehepaar Liese in die Rosenthaler Straße 43. Dort kommt es zum Kontakt mit dem Ehepaar Held, welches auf derselben Etage wohnt. Von 1943 bis 1944 ist Robertine Liese offiziell als Hilfsarbeiterin in der Blindenwerkstatt Otto Weidt beschäftigt. Diese Anstellung könnte jedoch lediglich als Schutzmaßnahme vor der Verfolgung durch die Behörden gedient haben. Sie unterstützt Otto Weidt bei seiner Hilfe für verfolgte Jüdinnen und Juden. 1944 zieht sie in den Harz.

Sie stirbt am 22. April 1968 in Osterode-Siechenhof.

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