Martin Jacobsohn

geb. 22.12.1879, Graudenz/Westpreußen (Grudziądz) –
gest. 17.07.1957, Berlin
Portraitfoto Martin Jacobsohn

Martin Jacobsohn wird 1879 im westpreußischen Graudenz geboren und ist Jude. Im Oktober 1921 heiratet er Erna Müller. Durch diese sogenannte Mischehe ist er in der Zeit des Krieges vor der Deportation geschützt. Jacobsohn ist bis 1933 ein Handelsvertreter, der ein Wandergewerbe betreibt. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten werden ihm die Genehmigungen entzogen, weshalb er von 1933 bis 1936 eine Stelle als Kassierer annimmt.

Martin Jacobsohn erblindet im Laufe der 1930er-Jahre. Daraufhin beginnt er als Bürsteneinzieher in der Blindenwerkstatt Otto Weidt zu arbeiten. Jacobsohn muss den sogenannten Judenstern tragen und ist daher täglich Demütigungen ausgesetzt. Er wird im Zuge der sogenannten Fabrikaktion im März 1943 kurzzeitig im Sammellager in der Großen Hamburger Straße festgehalten.

Nach dem Krieg arbeitet Jacobsohn noch mindestens bis Ende 1946 in der Blindenwerkstatt. Martin Jacobsohn stirbt am 17. Juli 1957 in Berlin-Baumschulenweg.

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