Ottilie Happach
gest. 03.01.1966, Berlin
Ottilie Kaphan wird 1889 in Berlin geboren. Sie absolviert eine Handelsschule und mehrere Fremdsprachenkurse. Ab 1909 ist sie als Stenotypistin und Korrespondentin tätig.
Im Jahr 1922 heiratet sie den nichtjüdischen Juristen Paul Happach. Nach 1933 vertritt das Ehepaar aktiv antinazistische Positionen und hilft Verfolgten. Ab 1938 ist Ottilie Happach in der von ihrem Mann aufgebauten Gruppe „Arbeitsgemeinschaft für notleidende Juden“ tätig. Mit weiteren Helferinnen und Helfern leistet das Ehepaar Happach umfassende Hilfe für Jüdinnen und Juden. Sie beschaffen Geld, Lebensmittel, Medikamente und Unterkünfte. Durch diese Tätigkeiten geraten sie in das Visier der Gestapo.
Im Oktober 1944 entschließt sich das Ehepaar Happach unterzutauchen. Sie wechseln alle 14 Tage ihr Quartier in der Umgebung Berlins. Ottilie ist seit November 1944 offiziell in der Blindenwerkstatt als Hilfsarbeiterin angestellt, vermutlich zu Tarnzwecken.
Aus gesundheitlichen Gründen kann Ottilie Happach nach Kriegsende nicht mehr arbeiten. Sie stirbt am 3. Januar 1966 in Berlin.
