Siegbert Goldbarth

geb. 06.09.1896, Berlin gest. 1942, Auschwitz-Birkenau
Portraitfoto Siegbert Goldbarth

Siegbert Goldbarth wird am 6. September 1896 in Berlin geboren. Er ist von Geburt an gehörlos und erblindet im Laufe seiner Jugend. Er wohnt und arbeitet in der Jüdischen Blindenanstalt in der Wrangelstraße in Berlin-Steglitz – zunächst als Bäcker, später als Bürsteneinzieher. 1935 wird wegen seiner angeblich erblich bedingten Erblindung seine Zwangsterilisation angeordnet, die im August 1936 schließlich durchgeführt wird. Nach nationalsozialistischer Ideologie sollen sich mutmaßlich genetisch bedingt Erkrankte nicht fortpflanzen.
Nach der Auflösung der Blindenanstalt in Steglitz arbeitet er ab Herbst 1941 als Bürsteneinzieher bei Otto Weidt. Er lebt im Heim der Jüdischen Gemeinde in der Auguststraße 16 in Berlin-Mitte. Am 9. Dezember 1942 wird Siegbert Goldbarth zusammen mit vier weiteren Mitarbeitern und einer Mitarbeiterin der Blindenwerkstatt in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet. An Siegbert Goldbarth erinnert heute ein Stolperstein vor der ehemaligen Jüdischen Blindenanstalt in der Wrangelstraße 6/7 in Berlin-Steglitz.

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