Werner Basch
gest. 19.01.1945, Kaufering/KZ Dachau
Werner Basch wird am 16. Mai 1908 in Berlin geboren. 1939 wohnt er zusammen mit seiner Frau Ilse, geborene Caro, und seiner Mutter Hulda Basch in Berlin-Schöneberg.
Die „Zentrale Dienststelle für Juden“ des Berliner Arbeitsamtes vermittelt ihn zur Zwangsarbeit in die Blindenwerkstatt Otto Weidt, wo er ab 1941 tätig ist. Obwohl Büroarbeit für Jüdinnen und Juden verboten ist, beschäftigt Otto Weidt ihn als Buchhalter. Ilse Basch arbeitet bei der Jüdischen Gemeinde.
Am 17. Juni 1943 wird das Ehepaar Basch in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Hulda Basch ist dort bereits seit acht Monaten inhaftiert. Otto Weidt schickt der Familie mehrere Lebensmittelpakete. Hulda Basch stirbt im April 1944 im Alter von 70 Jahren in Theresienstadt. Am 29. September 1944 wird Werner Basch in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert, seine Frau Ilse einen Monat später. Werner Basch kommt am 10. Oktober 1944 in das KZ Dachau und stirbt am 19. Januar 1945 im Außenkommando Kaufering. Seine Frau Ilse wird in Auschwitz-Birkenau ermordet.
Dokumente

Werner Basch an die Blindenwerkstatt, 3. Februar 1944Inhalt: An dem Tag, an dem Werner Basch seine Schreibberechtigung für eine "normale" Postkarte nutzt und seinen "Onkel Otto" fragt, ob er ihn vergessen habe, schickt Otto Weidt ein Päckchen an ihn ab. Er erhält im Gegenzug eine Paketbestätigungskarte, die am "18.II.44", also zwei Wochen später, auf dem Postamt in Bauschowitz mit einer 30 Heller-Briefmarke frankiert und gestempelt worden ist.Umschrift: Theresienstadt, am 3. Februar 1944. Liebe Freunde, Ich bestätige dankend den Empfang Ihres (Deines) Paketes vom 20. Januar 1944. Werner Basch Unterschrift. Quelle: Yad Vashem, Jerusalem

Werner Basch an die Blindenwerkstatt, 3. Februar 1944Inhalt: An dem Tag, an dem Werner Basch seine Schreibberechtigung für eine "normale" Postkarte nutzt und seinen "Onkel Otto" fragt, ob er ihn vergessen habe, schickt Otto Weidt ein Päckchen an ihn ab. Er erhält im Gegenzug eine Paketbestätigungskarte, die am "18.II.44", also zwei Wochen später, auf dem Postamt in Bauschowitz mit einer 30 Heller-Briefmarke frankiert und gestempelt worden ist.Umschrift: Theresienstadt, am 3. Februar 1944. Liebe Freunde, Ich bestätige dankend den Empfang Ihres (Deines) Paketes vom 20. Januar 1944. Werner Basch Unterschrift. Quelle: Yad Vashem, Jerusalem

Werner Basch an die Blindenwerkstatt, 14. Oktober 1943Inhalt: Der 1908 in Berlin geborene Werner Basch arbeitet seit 1941 in der Blindenwerkstatt Otto Weidt. Obwohl Büroarbeit für Jüdinnen und Juden verboten ist, beschäftigt Weidt ihn als Buchhalter. Daher benutzt er auch das eher altmodische „Titl.“ als Abkürzung für „Titulierung“, eine Art Zusammenfassung, wenn nicht genau bekannt ist, welche Anrede richtig ist. Am 16. Juni 1943 werden Werner und Ilse Basch gemeinsam mit vielen Mitarbeiter*innen der Jüdischen Gemeinde in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Der Transport umfasst etwa 430 Personen. Am 19. September 1944 wird Werner Basch nach Auschwitz überstellt, seine Frau Ilse Basch erst vier Wochen später. Als "arbeitsfähig" eingestuft gelangt er von Auschwitz ins Konzentrationslager Dachau. Am 19. Januar 1945 kommt er im Außenlager Kauferring ums Leben.Umschrift: Theresienstadt, am 14. Oktober 1943. Liebe Freunde! Ich bestätige dankend den Empfang Ihres [3] (Deines) Paketes vom Oktober 1943. Brief folgt. Werner Basch Unterschrift. Quelle: Yad Vashem, Jerusalem

Werner Basch an die Blindenwerkstatt, 14. Oktober 1943Inhalt: Der 1908 in Berlin geborene Werner Basch arbeitet seit 1941 in der Blindenwerkstatt Otto Weidt. Obwohl Büroarbeit für Jüdinnen und Juden verboten ist, beschäftigt Weidt ihn als Buchhalter. Daher benutzt er auch das eher altmodische „Titl.“ als Abkürzung für „Titulierung“, eine Art Zusammenfassung, wenn nicht genau bekannt ist, welche Anrede richtig ist. Am 16. Juni 1943 werden Werner und Ilse Basch gemeinsam mit vielen Mitarbeiter*innen der Jüdischen Gemeinde in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Der Transport umfasst etwa 430 Personen. Am 19. September 1944 wird Werner Basch nach Auschwitz überstellt, seine Frau Ilse Basch erst vier Wochen später. Als "arbeitsfähig" eingestuft gelangt er von Auschwitz ins Konzentrationslager Dachau. Am 19. Januar 1945 kommt er im Außenlager Kauferring ums Leben.Umschrift: Theresienstadt, am 14. Oktober 1943. Liebe Freunde! Ich bestätige dankend den Empfang Ihres [3] (Deines) Paketes vom Oktober 1943. Brief folgt. Werner Basch Unterschrift. Quelle: Yad Vashem, Jerusalem

Werner Basch an Otto Weidt, 30. Dezember 1943Inhalt: Werner Basch bestätigt mit dieser Karte vom vorletzten Tag des Jahres 1943 ein Päckchen, das Otto Weidt am 15. Dezember aus Berlin geschickt hat. Zu dieser Zeit leben im Ghetto Theresienstadt 34.655 Gefangene, darunter knapp 3.400 Kinder. Diese Karte wird auf dem Postamt in Bauschowitz mit einer 30 Heller-Briefmarke versehen. Datum des Poststempels ist der 13. Januar 1944.Umschrift: Theresienstadt, am 30. Dezember 1943. Lieber Onkel Otto! Ich bestätige dankend den Empfang Deines Paketes vom 15. Dezember 1943. Werner Basch Unterschrift.

Werner Basch an Otto Weidt, 30. Dezember 1943Inhalt: Werner Basch bestätigt mit dieser Karte vom vorletzten Tag des Jahres 1943 ein Päckchen, das Otto Weidt am 15. Dezember aus Berlin geschickt hat. Zu dieser Zeit leben im Ghetto Theresienstadt 34.655 Gefangene, darunter knapp 3.400 Kinder. Diese Karte wird auf dem Postamt in Bauschowitz mit einer 30 Heller-Briefmarke versehen. Datum des Poststempels ist der 13. Januar 1944.Umschrift: Theresienstadt, am 30. Dezember 1943. Lieber Onkel Otto! Ich bestätige dankend den Empfang Deines Paketes vom 15. Dezember 1943. Werner Basch Unterschrift.

Werner Basch an Otto Weidt, 20. Januar 1944Inhalt: Ab Mai 1943 darf jeder Häftling nur alle drei Monate eine Postkarte absenden. Wegen der gestiegenen Häftlingszahl werden die Postkarten von den Blockältesten oder Gebäudeältesten ausgegeben. Werner Basch, der hier die Verbindung "Onkel – Neffe" nur zum Schein verwendet, nutzt im Januar 1944 seine Schreibberechtigung, um Otto Weidt nachdrücklicher um Päckchen zu bitten. Seine Bemerkung, er hätte seit Monaten nichts mehr von ihm gehört, mag zutreffen, denn die letzte bekannte Bestätigungskarte datiert den 30. Dezember 1943. Diese Postkarte ist zensiert worden, erkennbar an der mit Bleistift geschriebenen "26" auf der Rückseite links unten. Sie gelangt in Berlin zur Reichsvereinigung der Juden in Deutschland, die sie frankiert und mit dem Stempel "Rückantwort nur auf Postkarten in deutscher Sprache" versieht. Ein*e Mitarbeiter*in wirft sie in Berlin-Charlottenburg 2 in den Postkasten.Umschrift: Theresienstadt, den 20. Januar 1944 Lieber Onkel Otto! Ich schätze Dich im Besitz meiner diversen Karten und kann Dir mit diesen Zeilen mitteilen, dass ich und meine Familie gesund bin, was ich auch von Dir erhoffe. Leider habe ich von Dir seit Monaten nichts mehr gehört, während ich weiss, dass Ali regelmässig von Dir Post hat. Ich bin über diese Tatsache sehr betrübt, da ich mir keinen Grund denken kann, dass Du mich ganz vergessen hast, oder ist die Post an Ali und Familie immer für mich mitbestimmt? Auf jeden Fall würde ich mich sehr freuen, von Dir lieber direkt zu hören, soweit es Deine Zeit und Sorgen zulassen. Für heute verbleibe ich mit herzlichen Grüßen von uns Allen Dein Neffe Werner Basch Quelle: Yad Vashem, Jerusalem

Werner Basch an Otto Weidt, 20. Januar 1944Inhalt: Ab Mai 1943 darf jeder Häftling nur alle drei Monate eine Postkarte absenden. Wegen der gestiegenen Häftlingszahl werden die Postkarten von den Blockältesten oder Gebäudeältesten ausgegeben. Werner Basch, der hier die Verbindung "Onkel – Neffe" nur zum Schein verwendet, nutzt im Januar 1944 seine Schreibberechtigung, um Otto Weidt nachdrücklicher um Päckchen zu bitten. Seine Bemerkung, er hätte seit Monaten nichts mehr von ihm gehört, mag zutreffen, denn die letzte bekannte Bestätigungskarte datiert den 30. Dezember 1943. Diese Postkarte ist zensiert worden, erkennbar an der mit Bleistift geschriebenen "26" auf der Rückseite links unten. Sie gelangt in Berlin zur Reichsvereinigung der Juden in Deutschland, die sie frankiert und mit dem Stempel "Rückantwort nur auf Postkarten in deutscher Sprache" versieht. Ein*e Mitarbeiter*in wirft sie in Berlin-Charlottenburg 2 in den Postkasten.Umschrift: Theresienstadt, den 20. Januar 1944 Lieber Onkel Otto! Ich schätze Dich im Besitz meiner diversen Karten und kann Dir mit diesen Zeilen mitteilen, dass ich und meine Familie gesund bin, was ich auch von Dir erhoffe. Leider habe ich von Dir seit Monaten nichts mehr gehört, während ich weiss, dass Ali regelmässig von Dir Post hat. Ich bin über diese Tatsache sehr betrübt, da ich mir keinen Grund denken kann, dass Du mich ganz vergessen hast, oder ist die Post an Ali und Familie immer für mich mitbestimmt? Auf jeden Fall würde ich mich sehr freuen, von Dir lieber direkt zu hören, soweit es Deine Zeit und Sorgen zulassen. Für heute verbleibe ich mit herzlichen Grüßen von uns Allen Dein Neffe Werner Basch Quelle: Yad Vashem, Jerusalem

Werner Basch an die Blindenwerkstatt, 26. März 1944Inhalt: Am 26. März 1944 bestätigt Werner Basch den Erhalt dreier Päckchen, die am 2., 8. und 12. März in Berlin abgeschickt worden sind. Seit dem 29. Februar 1944 ist es wieder gestattet, kurze handschriftliche Mitteilungen auf den Bestätigungskarten für den*die Empfänger*in des Paketes zu hinterlassen und dem*der Sender*in Dank auszusprechen. Diese unzensierte Karte wurde vom Ältestenrat der Juden in Prag mit 60 Heller frankiert und am "6.IV.44" in Prag gestempelt. Der Rundstempel "11 b" kennzeichnet den Postleitzahlenbereich, in dem sich das Ghetto befindet.Umschrift: Theresienstadt, am 26. März 1944. Liebe Freunde! Ich bestätige dankend den Empfang Ihres (Deines) Paketes vom 2.III, 8.III, 12.III, 1944. Danke innigst für sehnsüchtig erwartetes Lebenszeichen und hoffe auf baldige weitere Nachricht. Werner Basch Unterschrift. Quelle: Yad Vashem, Jerusalem

Werner Basch an die Blindenwerkstatt, 26. März 1944Inhalt: Am 26. März 1944 bestätigt Werner Basch den Erhalt dreier Päckchen, die am 2., 8. und 12. März in Berlin abgeschickt worden sind. Seit dem 29. Februar 1944 ist es wieder gestattet, kurze handschriftliche Mitteilungen auf den Bestätigungskarten für den*die Empfänger*in des Paketes zu hinterlassen und dem*der Sender*in Dank auszusprechen. Diese unzensierte Karte wurde vom Ältestenrat der Juden in Prag mit 60 Heller frankiert und am "6.IV.44" in Prag gestempelt. Der Rundstempel "11 b" kennzeichnet den Postleitzahlenbereich, in dem sich das Ghetto befindet.Umschrift: Theresienstadt, am 26. März 1944. Liebe Freunde! Ich bestätige dankend den Empfang Ihres (Deines) Paketes vom 2.III, 8.III, 12.III, 1944. Danke innigst für sehnsüchtig erwartetes Lebenszeichen und hoffe auf baldige weitere Nachricht. Werner Basch Unterschrift. Quelle: Yad Vashem, Jerusalem

Werner Basch an die Blindenwerkstatt, 3. Mai 1944Inhalt: Werner Basch bestätigt ein am 19. April 1944 in Berlin abgesandtes Päckchen. Seine Handschrift in der Notiz ist nicht so konzentriert wie sonst. Womöglich liegt die Ursache dafür im Tod seiner Mutter Hulda Basch im Ghetto Theresienstadt neun Tage zuvor, am 26. April 1944. Sie wird nur 61 Jahre alt. Kaum vorstellbar, wie es gewesen sein muss, dabei zuzusehen, wie die nächsten Angehörigen an den verheerenden Lebensbedingungen und kaum notdürftig zu behandelten Krankheiten im Ghetto zugrunde gehen. Diese Karte ist offensichtlich zweimal zensiert worden, erkennbar an der mit Bleistift geschriebenen "46" auf der Rückseite links unten und an der zusätzlichen Paraphe "Pa" oder "Fa" am unteren Ende des Teilstrichs. Am "8.VI.44", einen Monat, nachdem die Karte geschrieben wurde, frankiert sie ein*e Mitarbeiter*in des Ältestenrates der Juden in Prag. Sie ist auf dem Postamt Prag 2 gestempelt worden.Umschrift: Theresienstadt, am 3. Mai 1944. Liebe Freunde! ich bestätige dankend den Empfang Ihres (Deines) Paketes vom 19. April 1944. Hocherfreut über Eure Sendungen danken wir Euch herzlichst grüssend. Werner Basch Unterschrift. Quelle: Yad Vashem, Jerusalem

Werner Basch an die Blindenwerkstatt, 3. Mai 1944Inhalt: Werner Basch bestätigt ein am 19. April 1944 in Berlin abgesandtes Päckchen. Seine Handschrift in der Notiz ist nicht so konzentriert wie sonst. Womöglich liegt die Ursache dafür im Tod seiner Mutter Hulda Basch im Ghetto Theresienstadt neun Tage zuvor, am 26. April 1944. Sie wird nur 61 Jahre alt. Kaum vorstellbar, wie es gewesen sein muss, dabei zuzusehen, wie die nächsten Angehörigen an den verheerenden Lebensbedingungen und kaum notdürftig zu behandelten Krankheiten im Ghetto zugrunde gehen. Diese Karte ist offensichtlich zweimal zensiert worden, erkennbar an der mit Bleistift geschriebenen "46" auf der Rückseite links unten und an der zusätzlichen Paraphe "Pa" oder "Fa" am unteren Ende des Teilstrichs. Am "8.VI.44", einen Monat, nachdem die Karte geschrieben wurde, frankiert sie ein*e Mitarbeiter*in des Ältestenrates der Juden in Prag. Sie ist auf dem Postamt Prag 2 gestempelt worden.Umschrift: Theresienstadt, am 3. Mai 1944. Liebe Freunde! ich bestätige dankend den Empfang Ihres (Deines) Paketes vom 19. April 1944. Hocherfreut über Eure Sendungen danken wir Euch herzlichst grüssend. Werner Basch Unterschrift. Quelle: Yad Vashem, Jerusalem

Werner Basch an die Blindenwerkstatt, 5. Mai 1944Inhalt: Diese Karte, die die Ankunft des Päckchens vom 13. April 1944 bestätigt, ist zensiert worden, sichtbar an der auf der Rückseite befindlichen Paraphe "Pa" oder "Fa". Auf dem Kurierweg gelangt sie nach Prag zum Ältestenrat der Juden, wo sie mit einer 30 Heller-Briefmarke frankiert wird. Das Datum des im Postamt Prag 2 verwandten Stempels ist unleserlich.Umschrift: Abs: Werner Basch Theresienstadt Hauptstr. 1 Blindenwerkstatt Berlin C2 Rosenthaler Str. 39 Quelle: Yad Vashem, Jerusalem

Werner Basch an die Blindenwerkstatt, 5. Mai 1944Inhalt: Diese Karte, die die Ankunft des Päckchens vom 13. April 1944 bestätigt, ist zensiert worden, sichtbar an der auf der Rückseite befindlichen Paraphe "Pa" oder "Fa". Auf dem Kurierweg gelangt sie nach Prag zum Ältestenrat der Juden, wo sie mit einer 30 Heller-Briefmarke frankiert wird. Das Datum des im Postamt Prag 2 verwandten Stempels ist unleserlich.Umschrift: Abs: Werner Basch Theresienstadt Hauptstr. 1 Blindenwerkstatt Berlin C2 Rosenthaler Str. 39 Quelle: Yad Vashem, Jerusalem

Werner Basch an die Blindenwerkstatt, 10. Mai 1944Inhalt: Werner Basch bestätigt die Ankunft eines weiteren Päckchens vom 25. April 1944 aus Berlin. Die Karte ist diesmal von einer anderen Person zensiert worden. Die Paraphe auf der Rückseite der Karte liest sich wie "Le". Der Weg nach Berlin führt die Karte über den Ältestenrat der Juden in Prag. Hier wird sie mit einer 30 Heller-Briefmarke frankiert. Das Datum des Poststempels, den sie auf dem Postamt in Prag 2 erhielt, ist unleserlich. Der Rundstempel "11 b" kennzeichnet wieder den Postleitzahlenbereich, in dem sich das Ghetto befand.Umschrift: Abs: Werner Basch Theresienstadt Hauptstr. 1 Titl. Blindenwerkstatt Berlin C2 Rosenthaler Str. 39 Quelle: Yad Vashem, Jerusalem

Werner Basch an die Blindenwerkstatt, 10. Mai 1944Inhalt: Werner Basch bestätigt die Ankunft eines weiteren Päckchens vom 25. April 1944 aus Berlin. Die Karte ist diesmal von einer anderen Person zensiert worden. Die Paraphe auf der Rückseite der Karte liest sich wie "Le". Der Weg nach Berlin führt die Karte über den Ältestenrat der Juden in Prag. Hier wird sie mit einer 30 Heller-Briefmarke frankiert. Das Datum des Poststempels, den sie auf dem Postamt in Prag 2 erhielt, ist unleserlich. Der Rundstempel "11 b" kennzeichnet wieder den Postleitzahlenbereich, in dem sich das Ghetto befand.Umschrift: Abs: Werner Basch Theresienstadt Hauptstr. 1 Titl. Blindenwerkstatt Berlin C2 Rosenthaler Str. 39 Quelle: Yad Vashem, Jerusalem

Werner Basch an die Blindenwerkstatt Weidt-Latter, 19. Mai 1944Inhalt: Werner Basch nutzt hier zum ersten Mal mit "Weidt-Latter" eine etwas abweichende Empfängeranschrift. Diese Verbindung der Namen von Otto Weidt und Willy Latter taucht bei mehreren Theresienstadt-Häftlingen auf, die "Liebesgabenpakete" von Otto Weidt erhalten. Der mit dreizehn Jahren erblindete Willy Latter, Konzertpianist, Musiklehrer und Stenotypist, ist zunächst als Kaufmannsgehilfe tätig. Die Ehe mit seiner zum Judentum konvertierten Ehefrau gilt bei den Nationalsozialisten als „Mischehe“, somit ist die Familie zunächst vor der Deportation geschützt. Im November 1942 wird Willy Latter der Blindenwerkstatt Otto Weidt zugewiesen. Dort kann er auch dann noch unangemeldet arbeiten, als er sich mit seiner Familie bei verschiedenen Bekannten versteckt hält. Willy und seine Frau Margarethe Latter und die Töchter Lilian und Marianne überleben die nationalsozialistische Verfolgung und wandern nach dem Krieg in die USA aus. Willy Latter stirbt 1974 im Alter von 78 Jahren. Vier Tage vor dieser Paketbestätigungskarte sind Alice, Georg und Käthe Licht sowie Erich Magnus und Elsbeth Frey nach Auschwitz deportiert worden. Hierüber jedoch darf Werner Basch kein Wort verlauten lassen.Umschrift: Theresienstadt, am 19. Mai 1944. Liebe Freunde! Ich bestätige dankend die Ankunft Ihres (Deines) Paketes vom 2. Mai 1944. Werner Basch Unterschrift. Quelle: Yad Vashem, Jerusalem

Werner Basch an die Blindenwerkstatt Weidt-Latter, 19. Mai 1944Inhalt: Werner Basch nutzt hier zum ersten Mal mit "Weidt-Latter" eine etwas abweichende Empfängeranschrift. Diese Verbindung der Namen von Otto Weidt und Willy Latter taucht bei mehreren Theresienstadt-Häftlingen auf, die "Liebesgabenpakete" von Otto Weidt erhalten. Der mit dreizehn Jahren erblindete Willy Latter, Konzertpianist, Musiklehrer und Stenotypist, ist zunächst als Kaufmannsgehilfe tätig. Die Ehe mit seiner zum Judentum konvertierten Ehefrau gilt bei den Nationalsozialisten als „Mischehe“, somit ist die Familie zunächst vor der Deportation geschützt. Im November 1942 wird Willy Latter der Blindenwerkstatt Otto Weidt zugewiesen. Dort kann er auch dann noch unangemeldet arbeiten, als er sich mit seiner Familie bei verschiedenen Bekannten versteckt hält. Willy und seine Frau Margarethe Latter und die Töchter Lilian und Marianne überleben die nationalsozialistische Verfolgung und wandern nach dem Krieg in die USA aus. Willy Latter stirbt 1974 im Alter von 78 Jahren. Vier Tage vor dieser Paketbestätigungskarte sind Alice, Georg und Käthe Licht sowie Erich Magnus und Elsbeth Frey nach Auschwitz deportiert worden. Hierüber jedoch darf Werner Basch kein Wort verlauten lassen.Umschrift: Theresienstadt, am 19. Mai 1944. Liebe Freunde! Ich bestätige dankend die Ankunft Ihres (Deines) Paketes vom 2. Mai 1944. Werner Basch Unterschrift. Quelle: Yad Vashem, Jerusalem

Werner Basch an die Blindenwerkstatt Otto Weidt, 20. Juni 1944Inhalt: Werner Basch bestätigt ein Päckchen, das drei Tage zuvor, am 17. Juni 1944, in Berlin abgesandt worden war. Nicht zu übersehen ist, dass sich seine Handschrift verändert hat. Diese zensierte Karte, erkennbar an der Paraphe "Fa" auf der Rückseite am unteren Ende des Teilstrichs, wird durch die Mitarbeiter*innen des Ältestenrates der Juden in Prag mit einer 60 Heller-Briefmarke für Fernporto versehen. Sie wird auf dem Postamt in Prag 25 am "8.VII.44", also knapp vier Wochen später, gestempelt.Umschrift: Theresienstadt, am 20. Juni 1944. Liebe Freunde Ich bestätige dankend den Erhalt Ihres (Deines) Paketes vom 17. Juni 1944. Werner Basch Unterschrift. Quelle: Yad Vashem, Jerusalem

Werner Basch an die Blindenwerkstatt Otto Weidt, 20. Juni 1944Inhalt: Werner Basch bestätigt ein Päckchen, das drei Tage zuvor, am 17. Juni 1944, in Berlin abgesandt worden war. Nicht zu übersehen ist, dass sich seine Handschrift verändert hat. Diese zensierte Karte, erkennbar an der Paraphe "Fa" auf der Rückseite am unteren Ende des Teilstrichs, wird durch die Mitarbeiter*innen des Ältestenrates der Juden in Prag mit einer 60 Heller-Briefmarke für Fernporto versehen. Sie wird auf dem Postamt in Prag 25 am "8.VII.44", also knapp vier Wochen später, gestempelt.Umschrift: Theresienstadt, am 20. Juni 1944. Liebe Freunde Ich bestätige dankend den Erhalt Ihres (Deines) Paketes vom 17. Juni 1944. Werner Basch Unterschrift. Quelle: Yad Vashem, Jerusalem

Werner Basch an die Blindenwerkstatt Otto Weidt, 30. August 1944Inhalt: Im Juli 1944 kommen keine Päckchen von Otto Weidt im Ghetto Theresienstadt an. Nur eine Postkarte von Anna Peretz an das Ehepaar Held ist überliefert mit der Bemerkung: " ... wir haben Kochgelegenheit ..." Nach einer langen Pause vom 17. Juni bis zum 10. August 1944 erhalten Werner und Ilse Basch, Ilse-Jenny Cohn, die blinde Irma Lessner, Richard Rockmann und Bernhard Wohlgemuth wieder insgesamt sieben Päckchen mit Nahrungsmitteln und anderen lebenswichtigen Dingen aus Berlin. Diese Karte, diesmal unzensiert, ist durch den Ältestenrat der Juden in Prag wieder mit einer 60 Heller-Briefmarke für Fernporto versehen, und am "22.IX.44", vier Wochen später, in Prag gestempelt worden.Umschrift: Theresienstadt, am 30. August 1944. Liebe Freunde! Ich bestätige dankend dem Empfang Ihres (Deines) Paketes vom 10. August 1944. Werner Basch Unterschrift. Quelle: Yad Vashem, Jerusalem

Werner Basch an die Blindenwerkstatt Otto Weidt, 30. August 1944Inhalt: Im Juli 1944 kommen keine Päckchen von Otto Weidt im Ghetto Theresienstadt an. Nur eine Postkarte von Anna Peretz an das Ehepaar Held ist überliefert mit der Bemerkung: " ... wir haben Kochgelegenheit ..." Nach einer langen Pause vom 17. Juni bis zum 10. August 1944 erhalten Werner und Ilse Basch, Ilse-Jenny Cohn, die blinde Irma Lessner, Richard Rockmann und Bernhard Wohlgemuth wieder insgesamt sieben Päckchen mit Nahrungsmitteln und anderen lebenswichtigen Dingen aus Berlin. Diese Karte, diesmal unzensiert, ist durch den Ältestenrat der Juden in Prag wieder mit einer 60 Heller-Briefmarke für Fernporto versehen, und am "22.IX.44", vier Wochen später, in Prag gestempelt worden.Umschrift: Theresienstadt, am 30. August 1944. Liebe Freunde! Ich bestätige dankend dem Empfang Ihres (Deines) Paketes vom 10. August 1944. Werner Basch Unterschrift. Quelle: Yad Vashem, Jerusalem

Werner Basch an Otto Latter, 14. September 1944Inhalt: Diese letzte Postkarte von Werner Basch ist an Otto Latter gerichtet – die Verbindung der Namen Otto Weidt und Willy Latter. Als Otto Weidt diese am „30.X.44“, also sechs Wochen nach ihrem Entstehen gestempelte Karte erhält, ist die am 23. Oktober von Theresienstadt nach Auschwitz überstellte Ilse Basch bereits nicht mehr am Leben. Werner Basch, der am 29. September 1944, vier Wochen vor seiner Ehefrau, nach Auschwitz deportiert worden war, befindet sich bereits im Konzentrationslager Dachau. Er stirbt am 19. Januar 1945 im Außenlager Kaufering. Warum Werner Basch nach „Ali“ (Alice Licht) fragt, die im Mai nach Auschwitz deportiert worden ist, bleibt unklar. Nahm er an, Otto Weidt konnte sie in Auschwitz finden und möglicherweise herausholen?Umschrift: Theresienstadt, den 14. Sept. 1944 Lieber Onkel Otto! Ich schätze Dich im Besitz unserer letzten Karten und hoffe Dich wohlauf, was ich auch von uns berichten kann. Über Dein letztes Paket vom August haben wir uns wieder sehr gefreut. Bei dieser Gelegenheit möchte ich Dich auf die veränderten Bestimmungen im Postverkehr mit uns hinweisen. Du kannst neuerdings nur alle vier Wochen, und zwar nur über die Reichsvereinigung, N 65, Schulstr. 78, an uns schreiben, während wir an Dich zukünftig nur alle 8 Wochen schreiben können. Pakete werden dagegen wie bisher unbeschränkt direkt befördert und sind hier stets schnell und gut angekommen. Wie geht es Ali und Familie? Wir würden uns sehr freuen, weiter von Dir regelmässig zu hören und für heute verbleibe ich mit vielen herzlichen Grüßen von uns Allen. Dein dankbarer Neffe Werner Basch Quelle: Yad Vashem, Jerusalem

Werner Basch an Otto Latter, 14. September 1944Inhalt: Diese letzte Postkarte von Werner Basch ist an Otto Latter gerichtet – die Verbindung der Namen Otto Weidt und Willy Latter. Als Otto Weidt diese am „30.X.44“, also sechs Wochen nach ihrem Entstehen gestempelte Karte erhält, ist die am 23. Oktober von Theresienstadt nach Auschwitz überstellte Ilse Basch bereits nicht mehr am Leben. Werner Basch, der am 29. September 1944, vier Wochen vor seiner Ehefrau, nach Auschwitz deportiert worden war, befindet sich bereits im Konzentrationslager Dachau. Er stirbt am 19. Januar 1945 im Außenlager Kaufering. Warum Werner Basch nach „Ali“ (Alice Licht) fragt, die im Mai nach Auschwitz deportiert worden ist, bleibt unklar. Nahm er an, Otto Weidt konnte sie in Auschwitz finden und möglicherweise herausholen?Umschrift: Theresienstadt, den 14. Sept. 1944 Lieber Onkel Otto! Ich schätze Dich im Besitz unserer letzten Karten und hoffe Dich wohlauf, was ich auch von uns berichten kann. Über Dein letztes Paket vom August haben wir uns wieder sehr gefreut. Bei dieser Gelegenheit möchte ich Dich auf die veränderten Bestimmungen im Postverkehr mit uns hinweisen. Du kannst neuerdings nur alle vier Wochen, und zwar nur über die Reichsvereinigung, N 65, Schulstr. 78, an uns schreiben, während wir an Dich zukünftig nur alle 8 Wochen schreiben können. Pakete werden dagegen wie bisher unbeschränkt direkt befördert und sind hier stets schnell und gut angekommen. Wie geht es Ali und Familie? Wir würden uns sehr freuen, weiter von Dir regelmässig zu hören und für heute verbleibe ich mit vielen herzlichen Grüßen von uns Allen. Dein dankbarer Neffe Werner Basch Quelle: Yad Vashem, Jerusalem












