﻿WEBVTT

00:00:04.400 --> 00:00:07.720 align:center line:-1
(Ruhige Gitarrenmusik)

00:00:26.320 --> 00:00:28.800 align:center line:-1
(Leises Klappern)

00:00:32.640 --> 00:00:36.080 align:center line:-2
<i>(Inge Deutschkron aus dem Off)</i>
<i>Man schrieb das Jahr 1941.</i>

00:00:36.560 --> 00:00:38.640 align:center line:-1
<i>Seit zwei Jahren war Krieg.</i>

00:00:40.720 --> 00:00:45.720 align:center line:-2
Eine Dame der Jüdischen Gemeinde hatte mich
an die Blindenwerkstatt Otto Weidt verwiesen.

00:00:46.320 --> 00:00:48.360 align:center line:-1
Eingeweihten war bekannt,

00:00:48.520 --> 00:00:51.720 align:center line:-1
dass er zu den wenigen Arbeitgebern gehörte,

00:00:51.880 --> 00:00:54.560 align:center line:-1
der Juden entgegen aller Vorschriften

00:00:54.720 --> 00:00:56.520 align:center line:-1
gut behandelte.

00:00:57.560 --> 00:01:00.800 align:center line:-1
(Ruhige Gitarrenmusik)

00:01:08.200 --> 00:01:12.800 align:center line:-2
<i>(Inge Deutschkron) Ich betrat</i>
<i>einen kärglich eingerichteten Büroraum.</i>

00:01:12.960 --> 00:01:18.080 align:center line:-2
<i>Am Schreibtisch saß Otto Weidt,</i>
<i>schlank, ja eigentlich hager.</i>

00:01:18.240 --> 00:01:20.600 align:center line:-1
<i>Seine blauen Augen waren fahl.</i>

00:01:21.800 --> 00:01:26.120 align:center line:-2
<i>Dennoch hatte ich den Eindruck,</i>
<i>als sähe er mich durchdringend an.</i>

00:01:27.680 --> 00:01:30.560 align:center line:-1
<i>Otto Weidt war nahezu völlig blind.</i>

00:01:31.520 --> 00:01:36.880 align:center line:-2
<i>Er sprach zuweilen davon, dass er</i>
<i>aus sehr ärmlichen Verhältnissen stammte.</i>

00:01:37.400 --> 00:01:39.840 align:center line:-1
<i>Die finanziellen Mittel reichten</i>

00:01:40.000 --> 00:01:44.040 align:center line:-2
<i>für eine über die Volksschule</i>
<i>hinausgehende Bildung nicht aus.</i>

00:01:44.200 --> 00:01:48.800 align:center line:-2
<i>Doch das genügte ihm nicht. Er wollte mehr,</i>
<i>wollte weiterkommen im Leben.</i>

00:01:49.520 --> 00:01:51.880 align:center line:-1
<i>Stolz klang durch, wenn er das sagte,</i>

00:01:52.040 --> 00:01:55.520 align:center line:-2
<i>dass er nun Besitzer</i>
<i>einer eigenen Produktionsstätte war.</i>

00:01:56.360 --> 00:01:58.840 align:center line:-1
(Maschine klappert.)

00:02:01.640 --> 00:02:05.040 align:center line:-1
(Ruhige Gitarrenmusik)

00:02:15.760 --> 00:02:20.720 align:center line:-2
<i>Gelegentlich führte er die Aufträge</i>
<i>der Wehrmacht oder einen Teil davon auch aus.</i>

00:02:20.880 --> 00:02:24.600 align:center line:-2
<i>Doch meist nur</i>
<i>auf ausdrückliches Drängen der Wehrmacht.</i>

00:02:25.120 --> 00:02:28.880 align:center line:-2
<i>Schließlich brauchte auch</i>
<i>die Wehrmacht Besen und Bürsten</i>

00:02:29.040 --> 00:02:33.640 align:center line:-2
<i>und die konnte man im Deutschland des Krieges</i>
<i>nicht ohne Weiteres kaufen.</i>

00:02:34.200 --> 00:02:38.400 align:center line:-2
<i>So wie alles andere waren Besen und Bürsten</i>
<i>zu Mangelware geworden.</i>

00:02:39.320 --> 00:02:44.360 align:center line:-2
<i>Die Blindenwerkstatt wurde daraufhin</i>
<i>zu einem "wehrwichtigen" Betrieb erklärt.</i>

00:02:46.520 --> 00:02:52.440 align:center line:-2
<i>Dafür bekam sie Rohmaterialien zugeteilt,</i>
<i>wie Rosshaar oder Kunstfaser.</i>

00:02:55.280 --> 00:02:58.920 align:center line:-2
<i>Und Otto Weidt hatte das Recht,</i>
<i>Arbeiter anzustellen.</i>

00:02:59.920 --> 00:03:02.760 align:center line:-1
<i>Er beschäftigte durchschnittlich 30,</i>

00:03:03.120 --> 00:03:07.680 align:center line:-2
<i>bis auf drei,</i>
<i>ausschließlich jüdische Blinde und Taubstumme</i>

00:03:07.840 --> 00:03:10.560 align:center line:-1
<i>mit der Genehmigung der Gestapo,</i>

00:03:10.720 --> 00:03:15.280 align:center line:-2
<i>die alle Arbeitsstätten,</i>
<i>wo Juden arbeiteten, beaufsichtigte.</i>

00:03:16.120 --> 00:03:20.680 align:center line:-2
<i>Besen und Bürsten eigneten</i>
<i>sich hervorragend als Tauschobjekte.</i>

00:03:20.840 --> 00:03:24.920 align:center line:-2
<i>Seine Geschäfte waren häufig</i>
<i>so verworren und so verwickelt,</i>

00:03:25.080 --> 00:03:27.760 align:center line:-1
<i>dass er sie kaum noch übersehen konnte.</i>

00:03:27.920 --> 00:03:32.120 align:center line:-2
<i>Er entwickelte dabei</i>
<i>eine ungewöhnliche Fantasie und Wendigkeit.</i>

00:03:32.280 --> 00:03:34.400 align:center line:-1
<i>Und den Spaß an dieser Sache,</i>

00:03:34.560 --> 00:03:39.440 align:center line:-2
<i>der auch etwas mit dem Übertölpeln der Nazis</i>
<i>zu tun hatte, verlor er nie.</i>

00:03:40.320 --> 00:03:43.240 align:center line:-1
<i>Dabei war ihm Alice Licht eine große Hilfe.</i>

00:03:43.880 --> 00:03:46.000 align:center line:-1
<i>Sie wurde seine Sekretärin.</i>

00:03:46.760 --> 00:03:50.200 align:center line:-2
<i>Sie war eine von uns dreien,</i>
<i>die Weidt vom Arbeitsamt</i>

00:03:50.360 --> 00:03:55.160 align:center line:-2
<i>als Arbeiter zugeteilt worden waren</i>
<i>und die er im Büro beschäftigte.</i>

00:03:55.720 --> 00:03:59.560 align:center line:-2
<i>Es kümmerte ihn nicht,</i>
<i>dass dies streng verboten war.</i>

00:03:59.960 --> 00:04:03.680 align:center line:-2
<i>Werner Basch wurde</i>
<i>der Buchhalter der Blindenwerkstatt,</i>

00:04:03.840 --> 00:04:05.640 align:center line:-1
<i>der versuchen musste,</i>

00:04:05.800 --> 00:04:08.600 align:center line:-1
<i>die Geschäftsbücher den Vorschriften gemäß</i>

00:04:08.760 --> 00:04:10.560 align:center line:-1
<i>in Ordnung zu halten.</i>

00:04:12.400 --> 00:04:17.000 align:center line:-2
<i>Otto Weidt hatte den stellvertretenden Leiter</i>
<i>des Judenreferats in Berlin,</i>

00:04:17.160 --> 00:04:21.240 align:center line:-2
<i>Franz Wilhelm Prüfer,</i>
<i>zu einem Besuch der Werkstatt aufgefordert,</i>

00:04:21.400 --> 00:04:27.120 align:center line:-2
<i>um ihm zu zeigen, wie er, Weidt,</i>
<i>aus den "Saujuden", wie er dann sagte,</i>

00:04:27.280 --> 00:04:29.440 align:center line:-1
<i>gute Arbeiter gemacht hatte.</i>

00:04:29.600 --> 00:04:33.800 align:center line:-2
<i>Durch eine Klingel,</i>
<i>die unser 16-jähriges Lehrmädchen betätigte,</i>

00:04:34.200 --> 00:04:36.320 align:center line:-1
<i>die den Eingang überwachte,</i>

00:04:36.720 --> 00:04:41.160 align:center line:-2
<i>wurden wir im Büro</i>
<i>auf derartige Besucher aufmerksam gemacht.</i>

00:04:41.320 --> 00:04:45.080 align:center line:-2
<i>Dann warf sich Ali hastig</i>
<i>ihren Kittel mit dem Judenstern über</i>

00:04:45.240 --> 00:04:49.960 align:center line:-2
<i>und rannte in die Zurichterei, wo sie sich</i>
<i>den sehenden Arbeitern zugesellte.</i>

00:04:50.280 --> 00:04:54.800 align:center line:-2
<i>Der Buchhalter Werner Basch und ich</i>
<i>verließen dann ebenso eilig das Büro,</i>

00:04:55.120 --> 00:04:58.720 align:center line:-2
<i>liefen die hölzernen Stiegen</i>
<i>einer der drei Ausgänge hinunter</i>

00:04:59.480 --> 00:05:03.080 align:center line:-2
<i>und quetschten uns</i>
<i>in eine Hausnische unter der Treppe.</i>

00:05:04.240 --> 00:05:07.960 align:center line:-2
<i>Gustav Kremmert,</i>
<i>Weidts offizieller Stellvertreter,</i>

00:05:08.120 --> 00:05:10.960 align:center line:-1
<i>setzte sich dann an Baschs Schreibtisch.</i>

00:05:12.280 --> 00:05:14.960 align:center line:-1
<i>Das war alles viele Male geübt worden.</i>

00:05:15.160 --> 00:05:17.880 align:center line:-1
<i>In unserem Versteck konnten wir hören,</i>

00:05:18.040 --> 00:05:21.400 align:center line:-2
<i>wie Weidt den Besucher</i>
<i>durch die Werkstatt führte.</i>

00:05:21.720 --> 00:05:24.440 align:center line:-1
"Was? Das soll ein Handfeger sein?"

00:05:24.600 --> 00:05:27.560 align:center line:-1
"Unglaublich!" Und so weiter in dem Stil.

00:05:27.720 --> 00:05:30.480 align:center line:-1
Der Gestapo-Mann war sehr beeindruckt.

00:05:30.800 --> 00:05:34.000 align:center line:-2
Er war der stellvertretende Leiter
des Judenreferats.

00:05:34.160 --> 00:05:36.040 align:center line:-1
Aber der Kontakt war da.

00:05:36.200 --> 00:05:40.040 align:center line:-2
Wenn der Mann dann die Werkstatt verließ,
sagte Otto Weidt:

00:05:40.200 --> 00:05:44.320 align:center line:-2
"Ein Fläschchen gefällig?
Etwas für die gnädige Frau? Parfüm?"

00:05:44.480 --> 00:05:48.760 align:center line:-2
Und dann sagte der immer:
"Ach nein, ich bin im Dienst."

00:05:49.080 --> 00:05:50.960 align:center line:-1
Aber dann nahm er es doch

00:05:51.120 --> 00:05:54.640 align:center line:-2
und wir lachten uns hinterher tot,
wenn er weg war.

00:05:54.800 --> 00:05:57.440 align:center line:-1
Otto Weidt ging sofort in die Werkstatt,

00:05:57.600 --> 00:06:01.800 align:center line:-2
um sich für sein Verhalten
gegenüber den Arbeitern zu entschuldigen.

00:06:01.960 --> 00:06:04.840 align:center line:-2
Aber die sagten:
"Das haben wir doch kapiert,

00:06:05.000 --> 00:06:09.040 align:center line:-2
dass das nur gespielt war.
Sie sind ein großartiger Schauspieler."

00:06:09.200 --> 00:06:13.880 align:center line:-2
Der hat ihnen dann meistens noch
irgendwas gegeben, zum Beispiel Tabak.

00:06:14.040 --> 00:06:18.960 align:center line:-2
Damals war das wichtig für die Arbeiter.
Nicht nur das, dann hat er mal Brot gehabt.

00:06:19.120 --> 00:06:22.040 align:center line:-1
Er hat immer irgendwas an die Leute verteilt.

00:06:22.200 --> 00:06:26.560 align:center line:-2
Wenn man hierherkam,
hier war es friedlich und freundlich

00:06:26.720 --> 00:06:29.360 align:center line:-1
und Otto Weidt kümmerte sich um uns.

00:06:29.520 --> 00:06:31.640 align:center line:-1
Er hörte sich unsere Sorgen an

00:06:31.800 --> 00:06:33.920 align:center line:-1
und versuchte, uns zu helfen.

00:06:34.080 --> 00:06:36.400 align:center line:-1
Man kam hier in eine Oase.

00:06:36.560 --> 00:06:41.520 align:center line:-2
Es war hier wirklich,
wie es eigentlich unter Menschen sein soll.

00:06:42.720 --> 00:06:45.640 align:center line:-2
<i>In der Art,</i>
<i>wie er uns zur Seite stand,</i>

00:06:46.120 --> 00:06:49.120 align:center line:-1
<i>gab er uns ein Stück Selbstachtung zurück.</i>

00:06:49.360 --> 00:06:51.720 align:center line:-1
<i>Die Nazis hatten uns von Anfang an</i>

00:06:51.880 --> 00:06:55.920 align:center line:-2
<i>durch eine Vielzahl</i>
<i>von Verboten und Verordnungen gedemütigt,</i>

00:06:56.080 --> 00:07:00.800 align:center line:-2
<i>hatten uns zu Untermenschen erklärt,</i>
<i>die wie Insekten vernichtet werden müssten,</i>

00:07:00.960 --> 00:07:03.160 align:center line:-1
<i>hatten die Juden entmenschlicht,</i>

00:07:03.320 --> 00:07:08.040 align:center line:-2
<i>als sie sie zwangen, bei ungenügender</i>
<i>Ernährung Schwerstarbeit zu leisten,</i>

00:07:08.200 --> 00:07:10.960 align:center line:-1
<i>mit der steten Todesdrohung im Nacken.</i>

00:07:12.000 --> 00:07:16.800 align:center line:-2
<i>Und Weidt?</i>
<i>Weidt tat etwas für jene Zeit Unglaubliches.</i>

00:07:17.120 --> 00:07:21.600 align:center line:-2
<i>Er behandelte uns wie Menschen,</i>
<i>kam uns mit Respekt entgegen,</i>

00:07:21.840 --> 00:07:26.080 align:center line:-2
<i>teilte unsere Sorgen und Nöte,</i>
<i>sann mit uns über Auswege nach,</i>

00:07:26.560 --> 00:07:28.680 align:center line:-1
<i>half uns, uns aufzurichten.</i>

00:07:29.400 --> 00:07:31.680 align:center line:-1
<i>Er wurde Papa Weidt für uns.</i>

00:07:32.800 --> 00:07:36.560 align:center line:-2
Ein Möbelwagen fuhr eines Tages
in den Hof des Hauses ein.

00:07:36.720 --> 00:07:39.240 align:center line:-1
Zwei Gestapo-Beamte sprangen heraus,

00:07:39.400 --> 00:07:42.120 align:center line:-1
stürzten die Treppen der Werkstatt hinauf

00:07:42.280 --> 00:07:44.080 align:center line:-1
und forderten schreiend,

00:07:44.240 --> 00:07:48.600 align:center line:-2
dass alle Blinden sich fertig machen sollten.
Sie würden abgeholt.

00:07:48.760 --> 00:07:51.720 align:center line:-1
<i>Die Blinden schienen zunächst wie gelähmt.</i>

00:07:52.240 --> 00:07:55.880 align:center line:-1
<i>Dann legten sie stumm ihre Arbeit nieder,</i>

00:07:56.400 --> 00:08:00.360 align:center line:-2
<i>nahmen ihre Sachen,</i>
<i>fassten einander an den Händen</i>

00:08:01.240 --> 00:08:04.600 align:center line:-2
<i>und gingen tastend und still</i>
<i>die Treppen hinunter.</i>

00:08:05.720 --> 00:08:10.080 align:center line:-2
<i>Von dem protestierenden Weidt</i>
<i>nahmen die Gestapo-Leute keine Notiz,</i>

00:08:10.240 --> 00:08:12.680 align:center line:-1
<i>lehnten jedes Gespräch mit ihm ab.</i>

00:08:12.840 --> 00:08:17.080 align:center line:-2
<i>Sie hätten nur die Pflicht, die Blinden</i>
<i>ins Sammellager zu bringen, sagten sie,</i>

00:08:17.240 --> 00:08:22.000 align:center line:-2
<i>und trieben die Blinden an,</i>
<i>schoben sie in den bereitstehenden Möbelwagen</i>

00:08:22.440 --> 00:08:24.920 align:center line:-1
<i>und fuhren eiligst mit ihnen davon.</i>

00:08:25.880 --> 00:08:27.680 align:center line:-1
<i>Weidt schwieg.</i>

00:08:28.520 --> 00:08:30.760 align:center line:-1
<i>Er schien ohnmächtig vor Zorn.</i>

00:08:33.880 --> 00:08:37.760 align:center line:-2
<i>Kurz nach der Abfahrt des Möbelwagens</i>
<i>stürmte er aus dem Büro,</i>

00:08:39.080 --> 00:08:43.000 align:center line:-2
<i>die Blindenbinde am Arm,</i>
<i>seinen Stock in der Hand.</i>

00:08:43.280 --> 00:08:47.120 align:center line:-2
<i>Er verdankte es ohne Frage</i>
<i>der Bestechlichkeit der Gestapo,</i>

00:08:47.280 --> 00:08:52.720 align:center line:-2
<i>dass er seine Blinden einige Stunden danach</i>
<i>aus dem Sammellager wieder abholen konnte.</i>

00:08:52.880 --> 00:08:56.280 align:center line:-2
<i>"Wie soll ich</i>
<i>meine Wehrmachtsaufträge ausführen,</i>

00:08:56.440 --> 00:08:59.920 align:center line:-2
<i>wenn man mir meine Arbeiter wegnimmt?",</i>
<i>sagte Weidt.</i>

00:09:00.080 --> 00:09:04.200 align:center line:-2
Doch es war nun wirklich das letzte Mal,
dass es Otto Weidt gelang,

00:09:04.360 --> 00:09:07.600 align:center line:-2
seine Arbeiter
vor den Deportationen zu bewahren.

00:09:08.600 --> 00:09:13.320 align:center line:-2
Als Weidt dessen gewahr wurde,
konzentrierte er sich darauf,

00:09:13.480 --> 00:09:16.720 align:center line:-2
Verstecke zum Untertauchen
für Juden zu finden.

00:09:17.120 --> 00:09:20.560 align:center line:-1
<i>Für die ihm nahestehende Ali und ihre Eltern</i>

00:09:20.800 --> 00:09:23.960 align:center line:-2
<i>mietete er ein Nebenlager</i>
<i>für seine Werkstatt.</i>

00:09:24.600 --> 00:09:28.720 align:center line:-2
<i>Die hinter dem Fenster hoch aufgestapelten</i>
<i>großen Straßenbesen</i>

00:09:28.880 --> 00:09:33.600 align:center line:-2
<i>versperrten den Blick in das Innere</i>
<i>des Ladens, in dem drei Menschen hausten.</i>

00:09:35.440 --> 00:09:39.760 align:center line:-2
<i>Chaim Horn, der Leiter der Zurichterei,</i>
<i>flehte ihn wieder und wieder an:</i>

00:09:39.920 --> 00:09:45.400 align:center line:-2
<i>"Bitte, Papa Weidt, hilf mir, versteck uns.</i>
<i>Ich will nicht deportiert werden.</i>

00:09:45.560 --> 00:09:48.520 align:center line:-1
<i>Hab Familie, mein Sohn, meine Tochter."</i>

00:09:49.080 --> 00:09:50.880 align:center line:-1
<i>Weidt gab nach.</i>

00:09:51.120 --> 00:09:55.920 align:center line:-2
<i>Er trennte den letzten Raum von der</i>
<i>wie ein Schlauch angelegten Werkstatt ab</i>

00:09:56.280 --> 00:10:00.000 align:center line:-2
<i>und ließ einen großen Kleiderschrank</i>
<i>vor die Tür stellen.</i>

00:10:00.800 --> 00:10:03.800 align:center line:-1
<i>In diesem Schrank hingen Kleider und Mäntel.</i>

00:10:03.960 --> 00:10:09.240 align:center line:-2
<i>Schob man sie beiseite, dann wurde offenbar,</i>
<i>dass der Schrank keine Rückwand hatte.</i>

00:10:11.080 --> 00:10:14.920 align:center line:-2
<i>So konnte das spätere Asyl</i>
<i>der Familie Horn betreten werden.</i>

00:10:15.760 --> 00:10:21.080 align:center line:-2
<i>Auch die Versorgung mit Lebensmitteln</i>
<i>für die vierköpfige Familie übernahm Weidt.</i>

00:10:21.560 --> 00:10:25.400 align:center line:-2
<i>Ich kenne nicht alle,</i>
<i>denen Weidt zu einem Versteck verhalf.</i>

00:10:26.720 --> 00:10:31.120 align:center line:-2
Es war in den letzten Februartagen
des Jahres 1943,

00:10:32.080 --> 00:10:36.040 align:center line:-2
als mein Freund Hans,
der in der Jüdischen Gemeinde arbeitete,

00:10:36.200 --> 00:10:38.800 align:center line:-1
mich ohne Angabe von Gründen warnte,

00:10:38.960 --> 00:10:44.160 align:center line:-2
am nächsten Tag ja nicht aus dem Haus und
auch nicht in die Blindenwerkstatt zu gehen.

00:10:44.720 --> 00:10:49.240 align:center line:-2
<i>Am nächsten Morgen sah ich</i>
<i>Polizeiwagen durch die Straßen Berlins rasen.</i>

00:10:49.400 --> 00:10:54.800 align:center line:-2
<i>Wenn sie vor einem Haus hielten, stürzten</i>
<i>Beamte in Zivil und in Uniform heraus,</i>

00:10:55.600 --> 00:10:58.760 align:center line:-1
<i>rannten hinein und führten jemanden ab,</i>

00:10:58.920 --> 00:11:00.920 align:center line:-1
<i>setzten ihn in den Wagen</i>

00:11:01.480 --> 00:11:04.480 align:center line:-1
<i>und fuhren schnell weiter zum nächsten Haus.</i>

00:11:05.440 --> 00:11:09.520 align:center line:-2
<i>Sie holten die letzten Juden ab,</i>
<i>die sich noch in Berlin befanden.</i>

00:11:10.000 --> 00:11:15.440 align:center line:-2
<i>Die Aktion dauerte mehrere Tage,</i>
<i>dann waren sie alle fort.</i>

00:11:16.880 --> 00:11:20.560 align:center line:-2
<i>Wir hatten keinen Schrei gehört,</i>
<i>kein Aufbegehren.</i>

00:11:22.240 --> 00:11:25.280 align:center line:-1
(Traurige Gitarrenmusik)

00:11:44.920 --> 00:11:48.320 align:center line:-2
Acht Monate
waren sie schon in ihren Verstecken,

00:11:48.520 --> 00:11:53.640 align:center line:-2
als Chaim Horn
einem ehemaligen Freund begegnete

00:11:53.880 --> 00:11:55.760 align:center line:-1
und ihm alles erzählte,

00:11:55.920 --> 00:12:00.600 align:center line:-2
dass er illegal lebe und wie das
in der Blindenwerkstatt Weidt vor sich gehe.

00:12:01.800 --> 00:12:05.800 align:center line:-2
Wenige Tage später
war die Gestapo erschienen

00:12:06.040 --> 00:12:09.320 align:center line:-2
und, ohne die Proteste
von Otto Weidt zu beachten,

00:12:09.480 --> 00:12:13.640 align:center line:-2
in das vermeintliche letzte Zimmer
der Werkstatt gegangen,

00:12:14.160 --> 00:12:18.160 align:center line:-2
hatte den Schrank geöffnet,
die Kleider beiseitegeschoben

00:12:18.440 --> 00:12:21.560 align:center line:-2
und die ganze Familie Horn
aus ihrem Versteck geholt.

00:12:23.920 --> 00:12:28.000 align:center line:-2
<i>Inzwischen hatten andere Beamte</i>
<i>die Eltern der Ali mitgenommen.</i>

00:12:28.520 --> 00:12:30.720 align:center line:-1
Otto Weidt tat niemand etwas.

00:12:31.720 --> 00:12:35.720 align:center line:-2
"Ich war schon zehnmal verhaftet",
sagte er wegwerfend.

00:12:36.080 --> 00:12:41.080 align:center line:-2
"Sie denken, sie brauchen mich noch",
fügte er ironisch lachend hinzu.

00:12:42.720 --> 00:12:47.920 align:center line:-2
Durch die Annahme seiner Geschenke
hatte er die Gestapo derart kompromittiert,

00:12:48.080 --> 00:12:51.160 align:center line:-2
dass er sie in gewisser Weise
in der Hand hatte.

00:12:51.520 --> 00:12:55.280 align:center line:-2
Dass es ihm sogar gelungen war,
die Gestapo dazu zu bewegen,

00:12:55.440 --> 00:13:01.120 align:center line:-2
Ali und ihre Eltern in das sogenannte
Vorzugslager Theresienstadt zu bringen,

00:13:01.520 --> 00:13:04.720 align:center line:-2
<i>das für verdiente Funktionäre</i>
<i>der Jüdischen Gemeinde</i>

00:13:04.880 --> 00:13:08.720 align:center line:-2
<i>und alte Leute reserviert war,</i>
<i>scheint das zu beweisen.</i>

00:13:08.880 --> 00:13:14.160 align:center line:-2
<i>Otto Weidt ließ seine Freunde und Bekannten</i>
<i>auch in Theresienstadt nicht allein.</i>

00:13:15.360 --> 00:13:17.360 align:center line:-1
<i>Er schickte Pakete an sie.</i>

00:13:18.120 --> 00:13:22.480 align:center line:-2
<i>Sie enthielten Trockengemüse,</i>
<i>Trockenkartoffeln, trockenes Brot.</i>

00:13:23.560 --> 00:13:27.640 align:center line:-2
<i>Kurz: Was er ohne Lebensmittelmarken</i>
<i>auftreiben konnte.</i>

00:13:29.880 --> 00:13:34.400 align:center line:-2
<i>Berichten zufolge</i>
<i>sollen 25 Personen davon profitiert haben</i>

00:13:34.880 --> 00:13:37.440 align:center line:-1
<i>und dadurch am Leben geblieben sein.</i>

00:13:37.600 --> 00:13:42.680 align:center line:-2
<i>Die Empfänger bestätigten den Erhalt</i>
<i>der Pakete auf vorgedruckten Karten,</i>

00:13:42.840 --> 00:13:46.680 align:center line:-1
<i>von denen über 150 erhalten geblieben sind.</i>

00:13:47.160 --> 00:13:52.200 align:center line:-2
<i>Zuweilen finden sich auf ihnen</i>
<i>die den Häftlingen erlaubten kurzen Grüße,</i>

00:13:52.720 --> 00:13:57.800 align:center line:-2
<i>die verschlüsselt bewiesen, wie dringend</i>
<i>die Häftlinge die Pakete brauchten.</i>

00:13:57.960 --> 00:14:01.000 align:center line:-2
<i>"Grüß deinen Bruder in Essen",</i>
<i>hieß es da.</i>

00:14:01.160 --> 00:14:03.680 align:center line:-1
<i>Weidt hatte keinen Bruder in Essen.</i>

00:14:04.520 --> 00:14:08.440 align:center line:-2
<i>Oder:</i>
<i>"Grüß meine Freunde, die Wittlers."</i>

00:14:09.360 --> 00:14:13.240 align:center line:-2
<i>Wittler war im Krieg</i>
<i>der größte Brotlieferant Berlins.</i>

00:14:13.400 --> 00:14:18.880 align:center line:-2
<i>Oder sie adressierten die Karten</i>
<i>an die Kartoffelgroßhandlung Otto Weidt.</i>

00:14:20.400 --> 00:14:23.200 align:center line:-1
<i>Dann kam eines Tages eine Karte von Ali an.</i>

00:14:24.120 --> 00:14:28.480 align:center line:-2
<i>Sie hatte sie unfrankiert aus dem Zug</i>
<i>geworfen, mit der Bitte an den Finder,</i>

00:14:28.640 --> 00:14:30.760 align:center line:-1
<i>sie in den Kasten zu stecken.</i>

00:14:31.240 --> 00:14:35.320 align:center line:-2
<i>Sie erreichte ihr Ziel.</i>
<i>Die Post erhob Nachgebühr.</i>

00:14:35.480 --> 00:14:39.120 align:center line:-2
<i>Auf dieser Karte</i>
<i>informierte Ali ihren Berliner Freund,</i>

00:14:39.280 --> 00:14:42.520 align:center line:-2
<i>dass der Zug,</i>
<i>in dem sie und ihre Eltern nun saßen,</i>

00:14:42.680 --> 00:14:45.440 align:center line:-1
<i>von Theresienstadt nach Auschwitz ging.</i>

00:14:45.600 --> 00:14:48.440 align:center line:-2
<i>"Ich werde nach Auschwitz fahren</i>
<i>und was unternehmen.</i>

00:14:48.600 --> 00:14:52.440 align:center line:-2
<i>Ich kann sie doch nicht einfach</i>
<i>in Auschwitz umkommen lassen."</i>

00:14:53.000 --> 00:14:57.840 align:center line:-2
<i>Ich hörte Weidt ungläubig an.</i>
<i>Aber er fuhr nach Auschwitz.</i>

00:14:58.160 --> 00:15:00.440 align:center line:-1
Ich bin nach Auschwitz gefahren.

00:15:01.320 --> 00:15:03.120 align:center line:-1
Wie ich gesagt habe.

00:15:04.520 --> 00:15:07.480 align:center line:-1
Ich hab mir im Ort ein Zimmer gemietet.

00:15:07.920 --> 00:15:10.400 align:center line:-1
Ich hab mich vor das KZ-Tor gestellt

00:15:10.560 --> 00:15:15.480 align:center line:-2
und mit Zivilarbeitern gesprochen,
die im Lager ein- und ausgingen, Tag für Tag.

00:15:16.040 --> 00:15:19.040 align:center line:-2
Nach Wochen
fand ich unter ihnen einen Polen,

00:15:19.200 --> 00:15:21.800 align:center line:-1
der Ali von der IG Farben her kannte.

00:15:22.720 --> 00:15:24.760 align:center line:-1
Mit seiner Hilfe gelang es,

00:15:24.920 --> 00:15:28.640 align:center line:-2
Ali aus der Masse
der jüdischen Arbeiter herauszufinden.

00:15:29.080 --> 00:15:33.760 align:center line:-2
Nach einer Belohnung nahm er einen Brief mit
für Ali und später Medikamente,

00:15:33.920 --> 00:15:36.400 align:center line:-1
Verbandstoffe, Stärkungsmittel.

00:15:36.560 --> 00:15:40.560 align:center line:-2
Ich zahlte mein Zimmer
für einige Monate im Voraus und reiste ab.

00:15:40.720 --> 00:15:43.360 align:center line:-1
Ali wusste das, alles war vorbereitet.

00:15:44.400 --> 00:15:50.360 align:center line:-2
Und als die Nazis Auschwitz vor den Russen
evakuierten, konnte sie fliehen.

00:15:50.520 --> 00:15:53.360 align:center line:-2
In meinem Zimmer lag alles,
was sie brauchte,

00:15:53.520 --> 00:15:56.440 align:center line:-2
und da stand sie eines Tages
hier vor der Tür!

00:16:08.680 --> 00:16:12.480 align:center line:-2
Das Ende des Krieges
und damit auch des Naziregimes

00:16:12.640 --> 00:16:17.720 align:center line:-2
erlösten Otto Weidt und alle jene Menschen,
die so fürchterlich gelitten hatten.

00:16:19.400 --> 00:16:22.400 align:center line:-1
<i>Ali, mit der ihn so viel verbunden hatte,</i>

00:16:22.560 --> 00:16:26.520 align:center line:-2
<i>war kurz nach Kriegsende</i>
<i>nach Amerika ausgewandert.</i>

00:16:26.720 --> 00:16:29.920 align:center line:-2
<i>Sie folgte einem Trend</i>
<i>jüdischer Überlebender,</i>

00:16:30.080 --> 00:16:34.080 align:center line:-2
<i>die die Erfahrung mit der Mehrheit</i>
<i>der Deutschen und mit Deutschland</i>

00:16:34.240 --> 00:16:37.080 align:center line:-1
<i>nicht zum Bleiben animierte.</i>

00:16:38.160 --> 00:16:40.280 align:center line:-1
<i>Otto Weidt kümmerte sich nun</i>

00:16:40.440 --> 00:16:45.400 align:center line:-2
<i>um den Wiederaufbau eines jüdischen</i>
<i>Kinderheims in Berlin-Niederschönhausen.</i>

00:16:45.560 --> 00:16:48.280 align:center line:-1
<i>Es sollte Kindern ein Heim bieten,</i>

00:16:48.440 --> 00:16:52.640 align:center line:-2
<i>deren Eltern in Konzentrationslagern</i>
<i>ermordet worden waren</i>

00:16:52.800 --> 00:16:55.320 align:center line:-1
<i>und keine Angehörigen mehr hatten.</i>

00:16:55.640 --> 00:16:57.440 align:center line:-1
<i>Auch alten Menschen,</i>

00:16:57.600 --> 00:17:00.040 align:center line:-1
<i>die ohne Familie und ohne Bleibe</i>

00:17:00.200 --> 00:17:02.720 align:center line:-1
<i>überlebt hatten, sollte es dienen.</i>

00:17:03.160 --> 00:17:07.800 align:center line:-2
<i>Er war bald allein in Berlin,</i>
<i>mit seinen Erinnerungen an eine Zeit,</i>

00:17:08.600 --> 00:17:12.160 align:center line:-2
<i>die seinem Herzleiden</i>
<i>sicher nicht gutgetan hatte.</i>

00:17:13.640 --> 00:17:18.200 align:center line:-1
<i>Otto Weidt starb am 22. Dezember 1947</i>

00:17:18.640 --> 00:17:23.040 align:center line:-2
<i>an Herzversagen,</i>
<i>im Alter von 64 Jahren.</i>

00:17:23.520 --> 00:17:27.560 align:center line:-2
<i>"Lieber Otto Weidt, ich danke dir,</i>
<i>dass du den Juden geholfen hast",</i>

00:17:27.720 --> 00:17:32.640 align:center line:-2
<i>schrieb eine 10-Jährige in das Gästebuch</i>
<i>der Ausstellung "Blindes Vertrauen",</i>

00:17:32.920 --> 00:17:37.800 align:center line:-2
<i>die in der ehemaligen Blindenwerkstatt</i>
<i>Otto Weidt seit 1999 zu sehen ist.</i>

00:17:39.160 --> 00:17:42.080 align:center line:-1
<i>Am authentischen Ort ist sie dazu gedacht,</i>

00:17:42.240 --> 00:17:46.880 align:center line:-2
<i>die Geschichte des Mannes Otto Weidt</i>
<i>und seiner Werkstatt nachzuzeichnen.</i>

00:17:47.040 --> 00:17:51.800 align:center line:-2
<i>Seitdem kommen Kinder, Schüler,</i>
<i>Menschen aus allen Schichten und jeden Alters</i>

00:17:51.960 --> 00:17:56.760 align:center line:-2
<i>aus Deutschland und aus vielen Ländern</i>
<i>der Welt, um Papa Weidt kennenzulernen.</i>

00:17:57.600 --> 00:17:59.600 align:center line:-1
<i>"Es ist tröstlich zu wissen,</i>

00:17:59.760 --> 00:18:04.040 align:center line:-2
<i>dass es in einer unmenschlichen Welt</i>
<i>noch Menschlichkeit geben kann",</i>

00:18:04.200 --> 00:18:08.160 align:center line:-2
<i>so die Bemerkung eines Schülers</i>
<i>im Gästebuch der Ausstellung.</i>

00:18:08.680 --> 00:18:12.560 align:center line:-2
<i>Eine Schulklasse beschwört</i>
<i>mit ihren Unterschriften:</i>

00:18:12.920 --> 00:18:17.560 align:center line:-2
<i>"Solche Menschen wie Otto Weidt</i>
<i>werden uns immer im Herzen bleiben."</i>

00:18:20.840 --> 00:18:25.360 align:center line:-2
Otto Weidt war ein Held,
einer von wenigen im Deutschland der Nazis.

00:18:25.520 --> 00:18:29.400 align:center line:-2
Er riskierte seinen Kopf,
um anderer Menschen Leben zu retten.

00:18:29.640 --> 00:18:33.960 align:center line:-2
Bis heute ehrte ihn in der Bundesrepublik
Deutschland niemand dafür,

00:18:34.120 --> 00:18:36.240 align:center line:-1
und auch jene anderen nicht,

00:18:36.400 --> 00:18:40.720 align:center line:-2
deren Hilfeleistungen
vielleicht nicht so spektakulär waren

00:18:40.880 --> 00:18:45.920 align:center line:-2
und die doch dazu beitrugen,
dass 1.423 Menschen in Berlin

00:18:46.080 --> 00:18:48.520 align:center line:-1
in Verstecken überleben konnten.

00:18:49.320 --> 00:18:54.600 align:center line:-2
Ihre Geschichte und die Erinnerung an sie
werden aufgeschrieben

00:18:54.760 --> 00:19:00.600 align:center line:-2
und hier im "Zentrum für Stille Helden"
in der Rosenthaler Straße 39 gesammelt,

00:19:00.760 --> 00:19:04.400 align:center line:-2
mit Otto Weidt
und seiner Geschichte als Mittelpunkt.

00:19:05.040 --> 00:19:07.520 align:center line:-1
Damit wollen wir der Welt beweisen,

00:19:07.680 --> 00:19:11.400 align:center line:-2
dass es auch in unmenschlicher Zeit
Menschen gegeben hat,

00:19:11.560 --> 00:19:14.880 align:center line:-1
denen Menschlichkeit oberste Maxime blieb.

00:19:16.200 --> 00:19:19.240 align:center line:-1
(Ruhige Gitarrenmusik)

00:20:27.840 --> 00:20:31.320 align:center line:-2
Untertitelung:
Silke Nagel