Siegfried Lewin

Siegfried Lewin wird am 7. Juli 1909 in Mogilno bei Posen geboren. Er heiratet die zehn Jahre ältere Gertrud Cohn, ihr Sohn Martin wird 1934, ihre Tochter Scheine 1939 in Berlin geboren. Siegfried Lewin ist blind, Bürstenmacher von Beruf und arbeitet in der Blindenwerkstatt Otto Weidt in der Großbeerenstraße 92, später in der Rosenthaler Straße 39.
 
Die Familie wohnt in der Raupachstraße 8 in Berlin-Mitte, bis sie am 1. Dezember 1942 ans Thielschufer 34 in Berlin-Kreuzberg umziehen muss. Dort wohnen sie zur Untermiete.
 
Am 3. Juni 1943 unterschreibt Gertrud Lewin die Vermögenserklärungen für ihren blinden Ehemann, ihre beiden Kinder und für sich selbst. Am 28. Juni 1943 wird die Familie nach Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet.
 
Am 19. Oktober 1943 notiert ein Obergerichtsvollzieher bei seiner Bestandsaufnahme des Wohnungsinventars: „Fehlanzeige. Lewin war nur Untermieter und konnte Eigentum von ihm nicht ermittelt werden. Der gesamte Inhalt der Wohnung des Hauptmieters ist bereits geschätzt, einschl. ev. Eigentum des Lewin.“ Am 18. November 1943 wird der Betrag von 29,27 Reichsmark, die Siegfried Lewin bei dem örtlichen Gaslieferanten, der Gasag, im voraus eingezahlt hat, vom Deutschen Reich eingezogen.

An Siegfried Lewin erinnert heute ein "Stolperstein" vor dem Haus Raupachstraße 8 in Berlin-Mitte.

Siegfried Lewin
"Stolperstein" vor dem Haus Raupachstraße 8 in Berlin-Mitte. Quelle: MBOW
"Stolperstein" für Siegfried Lewin