Hermann Wolff

Hermann Wolff wird am 21. Februar 1880 in Schubin in Posen geboren. Er ist ledig. Seit November 1935 wohnt er in der Linienstraße 53 in Berlin-Mitte. Für seine Einzimmerwohnung mit Küche zahlt er monatlich 24,15 Reichsmark. Er ist als Arbeiter in der Blindenwerkstatt beschäftigt.

Am 1. Februar 1943 wird sein Vermögen durch eine Verfügung der Gestapo „zugunsten des Deutschen Reiches eingezogen“. Diese Verfügung wird Hermann Wolff einen Tag vor seiner Deportation zugestellt. Am 6. März 1943 wird er nach Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet.

Am 3. Mai 1943 meldet die Deutsche Bank dem Oberfinanzpräsidenten Berlin-Brandenburg die Vermögenswerte von Hermann Wolff. Dies jedoch unter Vorbehalt, da sie „nicht zweifelsfrei feststellen können, ob die Voraussetzungen für den Vermögensverfall vorliegen. Laut zurückgekommener Post ist der Jude wahrscheinlich abgewandert.“

Der Oberfinanzpräsident bittet die Staatspolizeileitstelle Berlin um Nachricht, „ob, wann und unter welcher Transportnummer die Abschiebung erfolgte“. Die Deutsche Bank wird über die Deportationsdaten ihres Kunden informiert und führt das Guthaben von Hermann Wolff, den Betrag von 1.412,93 Reichsmark, an die Vermögensverwertungsstelle des Oberfinanzpräsidenten ab.

An Hermann Wolff erinnert heute ein "Stolperstein" vor dem Haus Linienstraße 53 in Berlin-Mitte.

"Stolperstein" für Hermann Wolff