Jahresübersicht 2012

Wenn Sie regelmäßig zu unseren Veranstaltungen eingeladen werden möchten, nehmen wir Sie gern in den Veranstaltungsverteiler des Museums Blindenwerkstatt Otto Weidt auf. Bitte setzen Sie sich dazu mit uns in Verbindung unter 030/ 28 59 94 07 oder unter info(at)museum-blindenwerkstatt.de

13.11.2012 um 14 Uhr

Enthüllung einer "Berliner Gedenktafel" zu Ehren der "Stillen Heldin" Hedwig Porschütz

Der Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten André Schmitz in Verbindung mit der Historischen Kommission zu Berlin bittet Sie um Ihre Teilnahme an der Enthüllung einer "Berliner Gedenktafel" zu Ehren der "Stillen Heldin"

                Hedwig Porschütz
am Dienstag, dem 13. November 2012, 14  Uhr
Feurigstraße 43, 10827 Berlin-Schöneberg

Grußworte: André Schmitz, Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten und
Inge Deutschkron, Zeitzeugin und Autorin

Laudatio: Prof. Dr. Johannes Tuchel, Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand

18.10.2012 um 12 Uhr

» ... abgeholt!«-Gedenken an den Beginn der nationalsozialistischen Deportationen von Juden aus Berlin vor 71 Jahren

Am 18. Oktober um 12 Uhr veranstaltet der Berliner Senat in Zusammenarbeit mit der Ständigen Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum, der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und der Deutschen Bahn eine Gedenkveranstaltung am Denkmal »Gleis 17« zur Erinnerung an die Deportationen jüdischer Bürgerinnen und Bürger Berlins in die nationalsozialistischen Vernichtungslager.

Begrüßung: André Schmitz, Kulturstaaatssekretär des Landes Berlin
Grußwort: Gideon Joffe, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin
Gedenkrede: Inge Deutschkron (*1922), lebte 1927 bis 1945 in Berlin

Beiträge von Berliner Schülerinnen und Schülern zu Biografien jüdischer Jugendlicher zwischen 1933 und 1945.
Musikalische Umrahmung durch den Staats- und Domchor Berlin, Knabenchor an der Universität der Künste.

Am Ende der Veranstaltung werden weiße Rosen am Bahnsteig niedergelegt.

17.10.2012 um 19 Uhr

Zeitzeugengespräch mit Hans Nadolny und seinem Neffen Steffen Jacob

Als Hans Nadolny 1937 in Berlin geboren wurde, hatten seine Eltern Cilli und Walter gerade eine mehrjährige Haftstrafe wegen ihrer Aktionen im kommunistischen Widerstand gegen das NS-Regime verbüßt. Cilli Nadolny kam aus einer jüdischen Familie, war aber wegen ihres nichtjüdischen Mannes vorerst geschützt.

Hans Nadolny und sein Neffe Steffen Jacob berichten im Gespräch mit Barbara Schieb über das Untertauchen, Helfen und Überleben, aber auch vom Tod der verschiedenen Mitglieder der Familien Nadolny, Weitmann und Feit während der NS-Zeit. Die Nachkriegszeit in der DDR hat den späteren Dramaturgen am Deutschen Theater geprägt. Steffen Jacob hat die verzweigte Familiengeschichte nach der Wende entdeckt und in kleinteiligen Schritten zusammengetragen. Dabei spielen Familienfotos eine ganz entscheidende Rolle. Eine Auswahl wird an dem Abend gezeigt.

Moderation: Barbara Schieb, Gedenkstätte Stille Helden

20.09.2012 um 19 Uhr

Vortrag von Tanja Schult: "Zwischen Kitsch und Kunst" - Künstlerische Formen der Erinnerung an Raoul Wallenberg

Tanja Schult arbeitet seit September 2012 als Dozentin am Hugo Valentin Centrum an der Uppsala-Universität. Sie studierte Kunstgeschichte, Skandinavistik und Theater-, Film und Medienwissenschaften in Erlangen, Lund und Berlin. Ihre Doktorarbeit verteidigte sie 2007 an der Humboldt-Universität. Die Arbeit wurde von Palgrave Macmillan unter dem Titel „A Hero´s Many Faces. Raoul Wallenberg in Contemporary Monuments“ veröffentlicht und erschien 2012 als Paperback. 2008 kuratierte sie die multimediale Ausstellung RaoulWallenbergBilder in Stockholm und publizierte eine Anzahl Artikel zu den Nachbildern Wallenbergs in Kunst und Alltagskultur.

In Kooperation mit der Schwedischen Botschaft.
25.08.2012 um 18 Uhr

Veranstaltungen des Museums Blindenwerkstatt Otto Weidt zur 31. Langen Nacht der Berliner Museen

19 Uhr Vorstellung der Publikation zur Sonderausstellung "... und immer wieder bewundern wir Eure mit aufopfernder Liebe prima gepackten Pakete." Postkarten aus dem Ghetto Theresienstadt 1943 - 1944

Otto Weidt unterstützte nicht nur in Berlin seine Schützlingemit Quartieren, Nahrungsmitteln und falschen Papieren. Zwischen Oktober 1943 und Oktober 1944 gelang es ihm mit der Unterstützung einiger Helferinnen und Helfer, mehr als 150 Lebensmittelpakete an seine im Ghetto Thersienstadt inhaftierten Arbeiterinnen und Arbeiter, deren Angehörige und Freunde zu schicken. Otto Weidt ließ sich dabei weder von der Lebensmittelrationierung noch von den hohen Schwarzmarktpreisen abschrecken. Die hier gezeigten 113 Postkarten dokumentieren eine in ihrem Umfang einzigartige Hilfsaktion.

ab 20 Uhr stündlich Führungen durch die Sonderausstellung und die Dauerausstellung des Museums Blindenwerkstatt Otto Weidt

26.07.2012 um 10 Uhr und 13.30 Uhr

Bürstenbastelworkshops

In Kooperation mit dem Jugendkulturservice Berlin finden auch in diesem Jahr zwei Workshops für Kinder ab 10 Jahren statt. Nach einer Führung durch das Museum stellen die Kinder unter Anleitung des Bürstenmachers Volker Schröder ihren eigenen Handfeger her.

13.06.2012 um 19 Uhr

Zeitzeugengespräch mit Hanni Lévy geborene Weissenberg, Paris

Moderation: Dr. Beate Kosmala, Gedenkstätte Stille Helden

Hanni Weissenberg wird 1924 in Berlin-Tempelhof als Tochter jüdischer Eltern geboren und wächst in Kreuzberg auf. 1940 wird die Sechzehnjährige zur Arbeit in einer Spinnstofffabrik verpflichtet. In diesem Jahr verliert sie ihren Vater, der durch seine Zwangsarbeit schwer erkrankt war. 1942 stirbt auch die Mutter. Einziger Halt der jungen Frau ist die Großmutter, die aber im September 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert wird.

Ende Februar 1943 entgeht Hanni Weissenberg nur knapp der Razzia im Rahmen der „Fabrik-Aktion“. Ohne jede Vorbereitung flüchtet sie im letzten Moment. Sie findet kurzfristig Unterschlupf bei nichtjüdischen Freunden ihrer Eltern, danach folgt eine Odyssee durch Verstecke in Berlin.

Als sie eines Tages nicht mehr weiter weiß, wendet sie sich an eine Kassiererin in einem kleinen Kino und gibt sich als Jüdin zu erkennen. Viktoria Kolzer entschließt sich, die Verfolgte in ihrer kleinen Wohnung in der Nollendorfstraße aufzunehmen. Hanni teilt sich mit ihrer Helferin die Pflege des kranken Ehemannes von Frau Kolzer, der 1944 stirbt. Gemeinsam erleben die beiden Frauen die Befreiung.

1946 lässt sich Hanni Weissenberg in Paris nieder, wo ihr Onkel lebt. Dort gründet sie eine Familie. Sie fühlt sich bis heute mit Berlin verbunden.

23.05.2012 um 19 Uhr

Buchpräsentation mit der Kulturwissenschaftlerin Karolin Steinke "Simon Adler. Eierhändler in Berlin"

Im Jahr 1936 jubeln deutsche Zeitungen: „Endlich wieder arische Ostereier“. Als eine der ersten Branchen wird in Berlin der Eierhandel, bis dahin fast ausschließlich in den Händen von Juden, „arisiert“. Der Eierhändler Simon Adler, 1905 aus Galizien eingewandert, hatte zuvor in Berlin-Neukölln einen erfolgreichen Lebensmittelhandel aufgebaut. Er und seinen Frau Rachel werden 1944, nach einem Jahr des Versteckens vor der Häschern der Gestapo, in Auschwitz ermordet. Außer durch ihre fünf Kidduschbecher, die im Museum Neukölln zu besichtigen sind, hinterlassen sie kaum Spuren.

Die meisten Eierhändler in der Zeit vor der Hitlerregierung sind eingewanderte Ostjuden. Berlin ist damals das Zentrum des deutschen Eierhandels. Um den Eierhunger der Metropole zu befriedigen, lassen sie Tausende Tonnen der zarten Ware mit Sonderzügen aus ihrer Heimat Galizien und Russland importieren – ein heute völlig vergessenes Detail der deutschen Geschichte. Bereits 1933 beginnen die Nationalsozialisten, die Landwirtschaft unter staatliche Kontrolle zu bringen und den jüdischen Eierhändlern die Geschäftsgrundlage zu entziehen.

Simon Adlers Schicksal steht beispielhaft für das vieler jüdischer Kaufleute, denen die Nationalsozialisten erst ihre wirtschaftliche Existenz und dann das Leben nahmen. Neben den unterschiedlichen, teils sehr tragischen Schicksalen der einzelnen Mitglieder der Familie Adler gibt der bebilderte Vortrag einen kurzen, spannenden Einblick in die Historie des transnationalen Eierhandels und dessen Zerstörung durch die Nationalsozialisten.

14.03.2012 um 19 Uhr

Konzert mit dem Ensemble Zwockhaus "Theresienstadt, die schönste Stadt der Welt ..." Chansons und Satiren im Central-Kino, Rosenthaler Straße 39, 10178 Berlin

Das Programm, das Ihnen das Ensemble Zwockhaus vorstellen möchte, baut im Wesentlichen auf den Texten der Bücher „Und die Musik spielt dazu- Chansons und Satiren aus dem KZ Theresienstadt“ von Ulrike Migdal aus dem Jahr 1986 und „Theatertexte aus dem Ghetto Theresienstadt 1941-1945“ von Lisa Peschel von 2008 auf. Es ist das zweite, neue Programm zum Thema Kabarett in Theresienstadt von Zwockhaus. Das erste ("Und die Musik spielt dazu") wurde bereits in mehreren deutschen Städten gespielt, aber auch in Theresienstadt, Tel Aviv und Jerusalem.

Die fünf Musiker sind:
Maria Thomaschke und Andreas Joksch, Gesang und Rezitation
Winfried Radeke, E-Piano, Konzeption und Moderation
Timofej Sattarov, Bajan
Volker Suhre, Kontrabass

28.02.2012 um 17 Uhr

Gedenken an die "Fabrik-Aktion" und den Protest in der Rosenstraße

Aus Anlass des 69. Jahrestages des Rosenstraßen-Protestes möchten wir Sie um 17 Uhr zu einer Gedenkfeier an der Skulptur in der Rosenstraße und anschließend
um 18 Uhr zu einem Gespräch mit dem Zeitzeugen Eugen Herman-Friede in das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt einladen.


15.02.2012 um 19 Uhr

„Kurt Gerrons KARUSSELL“. Ein Film von Ilona Ziok im Central-Kino, Rosenthaler Straße 39, 10178 Berlin

1928 in Berlin singt Kurt Gerron die Ballade vom Mackie Messer in Brechts „Dreigroschenoper“ und wird über Nacht zum Star. Als Magier in dem Film „Der blaue Engel“, an der Seite von Marlene Dietrich, aber auch als erfolgreicher Filmregisseur der beliebten UFA-Komödien setzt er seine viel versprechende Laufbahn fort. 1933 ist die Karriere zu Ende: Gerron ist Jude, muss vor den Nazis nach Paris fliehen, später nach Amsterdam, wo er im Lager Westerbork interniert wird und später nach Theresienstadt kommt. Hier in dem „Ghetto für jüdische Künstler“ gründet er ein Kabarett, das er KARUSSELL nennt. Eines Tages wird ihm angeboten, den Propagandafilm „Der Führer schenkt den Juden eine Stadt“ zu drehen, mit dem das Ausland über den wahren Charakter  Theresienstadts getäuscht werden sollte. Als hätte ein KZ-Häftling die Wahl! - Die Gage ist das Versprechen, nicht vergast zu werden...

In Kooperation mit der Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa und der Inge Deutschkron Stiftung.

27.01.2012 um 15 Uhr

Gedenkveranstaltung des Fördervereins für die ermordeten Mitarbeiter der Blindenwerkstatt Otto Weidt in der ehemaligen Jüdischen Blindenanstalt in Berlin-Steglitz

Anlässlich des Holocaust-Gedenktages am 27. Januar 2012 wollen wir, wie in den vergangenen Jahren, unserer ermordeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Blindenwerkstatt Otto Weidt gedenken und gemeinsam mit Ihnen am Gedenkstein vor der ehemaligen Jüdischen Blindenanstalt in Steglitz Blumen niederlegen.


Programm:
·  Begrüßung durch Inge Deutschkron, Vorsitzende des Fördervereins „Blindes Vertrauen e.V.“
·  Lesung von Schülerinnen und Schüler des Schiller-Gymnasiums
·  Blumenniederlegung am Gedenkstein


Ort: Ehemalige Jüdische Blindenanstalt, Wrangelstraße 6, Berlin-Steglitz
Die Gedenkfeier wird musikalisch von Ruth Velten (Saxophon) umrahmt.