Jahresübersicht 2010

Wenn Sie regelmäßig zu unseren Veranstaltungen eingeladen werden möchten, nehmen wir Sie gern in den Veranstaltungsverteiler des Museums Blindenwerkstatt Otto Weidt auf. Bitte setzen Sie sich dazu mit uns in Verbindung unter 030/ 28 59 94 07 oder unter info(at)museum-blindenwerkstatt.de

23.11.2010 um 18 Uhr

Theaterstück "Ab heute heißt Du Sara" im Berliner GRIPS Theater - Auch am 24. und 25. November 2010 um 18.00 Uhr!

Inge Deutschkrons autobiografisches Buch „Ich trug den gelben Stern“ wurde von Volker Ludwig und Detlef Michel für die Bühne umgesetzt. In 33 Szenen erzählt es von der Angst der Verfolgten, von vielen Menschen, die Inge und ihrer Mutter geholfen haben, und nicht zuletzt vom kämpferischen Mut eines jungen Mädchens, das nicht aufgibt. „Ab heute heißt du Sara!", sagt ein Polizeibeamter 1938 zu der 16-jährigen Inge und stempelt ein 'J' in ihren Ausweis - 'J' wie Jude. Von nun an ändert sich alles im Leben der selbstbewussten Berlinerin. Immer auf der Flucht vor den Nazis macht sie mit ihrer Mutter eine Irrfahrt durch Berlin von Versteck zu Versteck. Mehr Informationen unter http://www.grips-theater.de

18.11.2010 um 18 Uhr

Ausstellungseröffnung im Nachbarschaftshaus ORANGERIE: "Dem Leben hinterher - Fluchtorte jüdischer Verfolgter"

Eine Wanderausstellung des Museums Blindenwerkstatt Otto Weidt und des Fördervereins Blindes  Vertrauen e.V.
18. November 2010, 18 Uhr
Schulze-Boysen-Straße 38, 10365 Berlin

Mit dem Beginn der Deportationen entschloss sich eine kleine Minderheit von Jüdinnen und Juden unterzutauchen und sich dem Deportationsbefehl zu widersetzen. So konnten ungefähr 1.700 Verfolgte in Berlin überleben.

Sie waren dabei auf die Unterstützung nichtjüdischer Helferinnen und Helfer angewiesen. Die Ausstellung zeigt einige ausgewählte Orte in Berlin und Umgebung, in denen sich Untergetauchte zu verstecken suchten. Unter ihnen sind Prominente, wie die Schriftstellerin Inge Deutschkron, aber auch Personen denen es nicht gelang im Untergrund zu überleben.

Begrüßung

Manfred Becker

Vorstandsvorsitzender des Kiezspinne FAS e.V.

Eva Prausner

Licht-Blicke Netzwerk für Demokratie und Toleranz

Eröffnung

Inge Deutschkron

Schriftstellerin und Zeitzeugin

Interviewpartnerinnen

Dr. Beate Kosmala

Gedenkstätte Stille Helden in der Stiftung Gedenkstätte
Deutscher Widerstand

Engagierte Bürgerinnen und Bürger und weitere Zeitzeugen

Während der Ausstellungsdauer werden Führungen angeboten. Kiezspinne FAS e.V., Tel.: 030/55489635
Ausstellungsdauer: Bis 10. Dezember 2010

02.11.2010 um 19 Uhr

Hedwig Porschütz - Eine Berliner Prostituierte hilft verfolgten Juden

Übergabe einer Gedenktafel für Hedwig Porschütz
durch Staatssekretär André Schmitz an das
Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt

Laudatio von Prof. Dr. Johannes Tuchel

Hedwig Porschütz, geboren 1900, ist offiziell als Lageristin bei Otto Weidt angestellt. Sie beteiligt sich an Weidts Hilfsaktionen und versteckt in ihrer Berliner Wohnung von Januar bis zum Sommer 1943 die Zwillinge Marianne und Anneliese Bernstein. Im März 1943 nimmt sie auch Grete Dinger und deren Nichte Lucie Ballhorn auf. Die Wohnung wird gelegentlich von Freiern besucht, da Hedwig Porschütz ihre Wohnung Prostituierten zur Verfügung stellt. Die Untergetauchten müssen dann die Wohnung verlassen.
Als im Sommer 1943 im selben Haus ein jüdisches Paar festgenommen wird, verlassen die Untergetauchten das Versteck. Hedwig Porschütz versorgt sie weiterhin mit Lebensmitteln und bringt Grete Dinger und deren Nichte zeitweise bei ihrer Mutter in Berlin-Schöneberg unter.
Hedwig Porschütz wird wegen „Hortung von Lebensmitteln“ zu anderthalb Jahren Zuchthaus verurteilt, die sie ab Oktober 1944 bis Kriegsende im Arbeitslager Zillerthal-Erdmannsdorf verbüßt.
Die Ehrung von Hedwig Porschütz als „Unbesungene Heldin“ lehnt die Berliner Senatsverwaltung für Inneres 1959 ab. Der Richter, der sie verurteilt hat, geht zur selben Zeit mit Höchstpension in den Ruhestand.

27.10.2010 um 19 Uhr

Hilfe für einen Flüchtling aus Majdanek - Zeitzeugengespräch mit Dr. Eugen Kahl

Moderation: Dr. Beate Kosmala, Gedenkstätte Stille Helden

Dr. Eugen Kahl, 1927 in Frankfurt am Main geboren, erlebt als fünfzehnjähriger Flakhelfer, dass seine Eltern einen untergetauchten Juden verstecken. Es handelt sich um Robert Eisenstädt aus Hanau, der nach Lublin (Polen) deportiert wurde und aus dem KZ Lublin-Majdanek nach Frankfurt geflohen ist. Der Arzt Dr. Fritz Kahl und seine Frau Margarete, Eltern von vier Kindern, nehmen ihn auf und verhelfen ihm und zwei Jüdinnen schließlich zur Flucht in die Schweiz bzw. nach Wien.

Eugen Kahl, der viele Jahre in Berlin als Internist praktiziert hat, spricht über seine Erinnerungen an die Kriegserlebnisse und darüber, wie das Handeln der Eltern sein eigenes Leben geprägt hat. Noch heute steht er in Kontakt mit Robert Eisenstädts Tochter in den USA, ist vielfältig sozial engagiert und spricht immer wieder mit Jugendlichen über die NS-Zeit.

25.10.2010 um 19 Uhr

Zeitzeugengespräch mit Inge Deutschkron über ihr Buch "Offene Antworten"

Inge Deutschkron spricht über ihre Erfahrungen als Zeitzeugin bei der Begegnung mit Schülerinnen und Schülern und über ihre Veränderung der Fragen seit dem Ende der 70er und 80er Jahre bius heute.


Basis für das Gespräch ist ihr Buch Offene Antworten, in dem eine Auswahl der vielen Briefe und Fragen abgedruckt ist, die ihr Kinder und Jugendliche nach ihren Gesprächen geschrieben haben. Inge Deutschkron wird dabei auch über die besondere Rolle sprechen, die Zeitzeugen bei der Auseinandersetzung mit dem Holocaust für Kinder und Jugendliche haben.
Ort: Rathaus Schöneberg, Goldener Saal, John-F.-Kennedy-Platz

15.09.2010 um 19 Uhr

Filmvorführung: "Berlin '36" Ein Film von Kaspar Heidelbach - Central Kino, Rosenthaler Straße 39, 10178 Berlin

Der Film „Berlin `36“ basiert auf der wahren Geschichte der jüdischen Hochspringerin Gretel Bergmann, die bei den Olympischen Sommerspielen 1936 in Berlin als Favoritin für die Goldmedaille galt. Um einen möglichen Sieg Bergmanns zu verhindern, schickten die Nationalsozialisten Marie Kettler – in Wahrheit ein Mann – als Konkurrentin gegen sie ins Rennen.

28.08.2010 um 19 Uhr

Die längsten Nächte - Versteckt in Berlin - Veranstaltungen zur 27. Langen Nacht der Berliner Museen

Zwischen Oktober 1941 und Kriegsende wurden mehr als 56.000 Berliner Juden in die Vernichtungslager und Mordstätten deportiert. Doch mehr als 5.000 entzogen sich der Deportation und rund 1.700 Juden überlebten versteckt die nationalsozialistische Herrschaft in Berlin, viele von ihnen mit Hilfe ihrer nichtjüdischen Helferinnnen und Helfer. Im Zentrum des Abends stehen die unterschiedlichen Verstecke, in denen sie unter gefährlichsten Umständen überleben konnten, sowie die Geschichte des Passfälschers Cioma Schönhaus, der obwohl selbst verfolgt, vielen „Untergetauchten“ half.

19.00 Uhr David und Sascha Schönhaus vom Bait Jaffe Klezmer Orchestra (Basel) spielen aus ihrem Repertoire russische Stücke, mit denen sie die Musik ihrer Großeltern aufgreifen (Bass und Saxophon).

19.30 Uhr Orte des Überlebens in Berlin
Vorstellung des Buches „Dem Leben hinterher- Fluchtorte Jüdischer Verfolgter“ durch die Schriftstellerin Inge Deutschkron, Vorsitzende des Fördervereins Blindes Vertrauen e.V. Die Sonderausstellung „Dem Leben hinterher – Fluchtorte Jüdischer Verfolgter“ kann davor und danach besichtigt werden. Führungen werden angeboten.    

20.30 Uhr Dokumentarischer Film ‚Oifm Weg’ über Cioma Schönhaus, (35 Minuten), daran anschließend ein Gespräch mit den Söhnen Sascha und David Schönhaus.

22.00 Uhr David und Sascha Schönhaus vom Bait Jaffe Klezmer Orchestra (Basel) spielen aus ihrem Repertoire russische Stücke, mit denen sie die Musik ihrer Großeltern aufgreifen (Bass und Saxophon).

18.00 Uhr bis 23.00 Uhr Stündlich Führungen im Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt und in der Gedenkstätte Stille Helden

Ort: Rosenthaler Straße 39, 10179 Berlin, Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt, Gedenkstätte Stille Helden und Kinosaal des Central Kino.

16.06.2010 um 19.30 Uhr

Lesung und Zeitzeugengespräch: Klaus Hillenbrand liest aus seinem Buch „Nicht mit uns“ - Das Leben von Leonie und Walter Frankenstein“ Walter Frankenstein berichtet über seine Erfahrungen in der Illegalität

Leonie Rosner und Walter Frankenstein sind noch nicht volljährig und kennen sich gerade ein Jahr lang, als sie 1942 beschließen, zusammenzubleiben. Sie leben in Berlin, verrichten Zwangsarbeit und wissen, dass sie sich niemals in die Deportationszüge „in den Osten“  einreihen lassen werden. Leonie und Walter Frankenstein flüchten Ende Februar 1943 mit ihrem sechs Wochen alten Sohn Uri in die Illegalität. Es gelingt ihnen, sich mehr als zwei Jahre verborgen zu halten. Als der Krieg  am 2. Mai 1945 zu Ende geht, ist Uri gut 2 Jahre und  ihr zweiter Sohn Michael sieben Monate alt.  

Der Journalist Klaus Hillenbrand hat diese Geschichte in enger Abstimmung mit Leonie und Walter Frankenstein aufgezeichnet. Sein Buch „Nicht mit uns - Das Leben von Leonie und Walter Frankenstein“ ist im Jüdischen Verlag im Suhrkamp Verlag erschienen (251 Seiten, 19,80 €, ISBN: 978-3-633-54232-1).

25.02.2010 um 18 Uhr

Vom Helfen - Inge Deutschkron im Gespräch mit Bruder Lukas Ruegenberg

Bruder Lukas Ruegenberg illustrierte viele bekannte Kinderbücher, darunter unser „Papa Weidt“. Aber das ist nur eines seiner vielen Arbeitsgebiete. Als in den 1980er Jahren die Zahl der Arbeitslosen ständig stieg, gründete er den „Kellerladen e.V. – Initiative für Gemeinschaftsarbeit“ in einem stark von Arbeitslosigkeit betroffenen Stadtteil von Köln. Es entstand ein vielfältiges Vereinsleben mit Hilfsangeboten für jedermann. Eine Vielzahl von Werkstätten bietet heute Arbeitsplätze, ein Jugendbüro hilft bei der Arbeitssuche, ein Jugendclub sorgt für Abwechslung. Zur selben Zeit erfuhr Bruder Lukas von vielen notleidenden Menschen in Ost-Europa. Mit jungen Leuten seines Vereins führt er seit 1981 Hilfstransporte u.a. in die Ukraine durch und baut dort Werkstätten für Behinderte auf. In der Slowakei unterstützt Bruder Lukas mit seinem Verein ein Dorf, in dem Roma in unbeschreiblicher Armut leben.

Von seiner Arbeit und seinen vielen Erfahrungen bei der Hilfe zur Selbsthilfe in über 25 Jahren Vereinsleben des Kellerladen e.V. will Bruder Lukas Ruegenberg uns berichten.

27.01.2010 um 15 Uhr

Gedenkveranstaltung zum Holocaust-Gedenktag

Wie in den vergangenen Jahren gedenken wir den ermordeten Arbeiterinnen und Arbeitern der Blindenwerkstatt Otto Weidt und legen am Gedenkstein vor der ehemaligen Jüdischen Blindenanstalt in Steglitz Blumen nieder.

Ort: Ehemalige Jüdische Blindenanstalt, Wrangelstraße 6 , 12165 Berlin-Steglitz

20.01.2010 um 19 Uhr

Podiumsdiskussion: Passt die NPD in unseren Rechtsstaat?

Eine Diskussion mit den Bundestagsabgeordneten Florian Bernschneider (FDP), Sven-Christian Kindler (Bündnis 90/ Die Grünen), Daniela Kolbe (SPD), Niema Movassat (Die Linke), N.N. (CDU, angefragt).
Die Aktivitäten und öffentlichen Erklärungen der NPD und ihrer jugendlichen Mitstreiter geben seit langem Grund zur Sorge. Sie wendet sich gegen Migranten, vornehmlich gegen Menschen mit dunkler Hautfarbe in unserem Land. Sie gedenken und feiern nationalsozialistische Politverbrecher. Ihre Versuche, junge Menschen von ihren irrigen Ansichten zu überzeugen, sind beängstigend und wir fragen uns, ob wir als Demokraten nicht die Aufgabe haben, über die Rechte dieser Partei in unserem Land nachzudenken und energisch gegen sie aufzutreten.