Wechselausstellungen

seit 29. Januar 2016

„Verdrängt - Verfolgt - Vergessen"
Berliner Juden im Sport vor und nach 1933


Bis 1933 sind Juden und Nichtjuden in Deutschland meist in den gleichen Sportvereinen. Die Vertreibung aber beginnt bereits, noch bevor das NS-Regime eine zentrale Anweisung herausgibt. Die Vereine und Verbände folgen einer Welle der Selbstgleichschaltung.

Widerstand oder Solidarität mit den Ausgestoßenen gibt es kaum. Für viele Betroffene beginnt ihr Weg in Isolation, Vertreibung, Suizid oder Ermordung.
Nach 1945 wird ihr Schicksal lange verschwiegen.

Die Ausstellung nach einer Idee und unter Mitarbeit von Inge Deutschkron dokumentiert Lebenswege jüdischer Sportlerinnen und Sportler aus Berlin. Sie leisteten vor 1933 wichtige Beiträge zum Sport. An ihnen hielten sie auch nach 1933 in separaten Verbänden begeistert fest. Viele fielen dem NS-Terror zum Opfer, einige wenige konnten ihr Engagement im Exil oder nach ihrer Rückkehr nach Berlin 1945 fortsetzen. Sie alle gehören zum Berliner Sport.

An sie soll diese Ausstellung erinnern.


„ … und immer wieder bewundern wir Eure mit
aufopfernder Liebe prima gepackten Pakete.“
Postkarten aus dem Ghetto Theresienstadt 1943–1944

28. August 2011 bis 3. Januar 2016

Otto Weidt unterstützte nicht nur in Berlin seine Schützlinge mit Quartieren, Nahrungsmitteln und falschen Papieren. Zwischen Oktober 1943 und Oktober 1944 gelang es ihm, mit der Unterstützung einiger Helferinnen und Helfer, mehr als 150 Lebensmittelpakete an seine im Ghetto Theresienstadt inhaftierten Arbeiterinnen und Arbeiter, deren Angehörige und Freunde zu schicken.

Otto Weidt ließ sich dabei weder von der Lebensmittelrationierung noch von den hohen Schwarzmarktpreisen abschrecken. Die hier gezeigten 113 Postkarten dokumentieren eine in ihrem Umfang einzigartige Hilfsaktion.
Otto Weidt half den aus Berlin Deportierten in Theresienstadt zu überleben, bis die meisten von ihnen im Herbst 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet wurden.

Zu dieser Wechselausstellung bieten wir den 4-stündigen Projekttag "Päckchen nach Theresienstadt" an, der auch weiterhin gebucht werden kann.


„Dem Leben hinterher – Fluchtorte jüdischer Verfolgter“ Eine fotografische Spurensuche von Sibylle Baier und Daniela Friebel

29. August 2009 bis 15. August 2011

Die Ausstellung zeigt einige ausgewählte Orte in Berlin und Umgebung, in denen sich Untergetauchte zu verstecken suchten, darunter in Kirchen- und Werkstattkellern, Gartenlauben und Gutshäusern, Wohnungen und Pensionen, in einer Badeanstalt, einem Ziegenstall oder einer Zollstation.

Die Versteckorte sind alltäglich und erscheinen heute oft harmlos. Erst die begleitenden Texte zu den Fotos erzählen die Geschichten zu den Orten und geben Einblick in den dramatischen Alltag der Verfolgten und ihrer Helfer.

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Förderverein Blindes Vertrauen. Zur Ausstellung liegt ein reichhaltiger Katalog mit vielen Fotos und Texten in deutscher und englischer Sprache vor, der für 15 Euro im Museum Blindenwerkstatt erworben werden kann.

Die Ausstellung liegt auch als Wanderausstellung vor, die kostenfrei ausgeliehen werden. Weitere Informationen und Ausleihbedingungen finden Sie hier, technische Informationen hier.


„So sahen sie ihr Leben – Kinderzeichnungen aus Ghettos und Lagern“

5. November 2008 bis 28. August 2009

Wie erlebten jüdische Kinder Ghettos und Konzentrationslager, wie kamen sie mit den unmenschlichen Lebensbedingungen und ihren Ängsten zurecht? Die Ausstellung zeigt Zeichnungen von zwei Mädchen, die von ihrem Leben im Ghetto und im Vernichtungslager erzählen. Sie drücken ihre Ängste und Hoffnungen aus. Die Zeichnungen von Helga Weissová-Hošková sind Beobachtungen von alltäglichen Szenen im Ghetto Theresienstadt. Ella Liebermann-Shiber schildert chronologisch die qualvollen Geschehnisse, die ihr Leben geprägt haben.


„The circle is closed - the memory is left”

3. Dezember 2007 bis 3. Februar 2008

Junge Menschen aus Israel, Polen und Deutschland haben sich im Rahmen eines zweiwöchigen Projektes mit „Gerechten unter den Völkern“ auseinandergesetzt. Mit diesem Titel ehrt die israelische Gedenkstätte Yad Vashem jene nichtjüdischen Menschen, die während des Zweiten Weltkrieges unter Gefährdung der eigenen Person verfolgten Jüdinnen und Juden lebensrettende Hilfe leisteten.
Die Jugendlichen erstellten eine Ausstellung über die polnischen „Gerechten“ Jaroslawa und Izydor Wolosianski, die 39 Juden von 1942 bis 1944 versteckten und vor dem Tod retten konnten.


„Ich hätte gern, dass sich jemand erinnert, dass einmal eine Person lebte, die David Berger hiess.“

8. Mai bis 8. Juli 2007

Jugendliche des Leibniz-Gymnasiums in Berlin-Kreuzberg haben sich auf Spurensuche egeben. Sie haben die Schicksalswege ehemaliger jüdischer Schülerinnen und Schüler des Friedrichs-Realgymnasium während der NS-Zeit rekonstruiert.
Sie erforschten mit Unterstützung des Landesarchivs Berlin das Schicksal jener 229 jüdischen Kinder und Jugendlichen, die zwischen 1900 und 1938 auf ihre Schule gingen. Die Schüler fragten sich: Was ist aus Alex Leiser aus der Dieffenbachstraße 20 geworden? Konnte Heinz Kaluski aus der Blücherstraße 28 sich retten?
Die Ausstellung vermittelt anhand von Fotos, Akten und Briefen ein anschauliches Bild verschiedener Lebenswege und gibt den Opfern und Verfolgten wieder ein Gesicht. Sie erzählt von Widerstand, Deportation und Ermordung, aber auch von geglückter Emigration.


Das Jüdische Kinderheim Berlin-Niederschönhausen 1945 bis 1953. Ein „kleines Paradies" zwischen Neuanfang und Repression

Die Ausstellung wurde vom 2. September bis 9. Dezember 2005 am historischen Ort gezeigt: Björn-Schulz-Stiftung, Wilhelm-Wolff-Straße 38, 13156 Berlin.

Das Kinderheim Berlin-Niederschönhausen wird nach der Befreiung 1945 für einige Jahre zu einem sicheren Ort für jüdische Kinder und Jugendliche. Mit der Hilfe der jüdischen Hilfsorganisation "American Joint Distribution Committee“ und privaten Unterstützern wie Otto Weidt wird das Heim zu einem "kleinen Paradies“ für seine Bewohner. Anfang der 1950er Jahre setzen der Kalte Krieg und antisemitische Tendenzen in der DDR der Heimgeschichte ein Ende. Die Ausstellung zeigt die Auswirkungen der "großen Politik" auf die Lebenswege der Überlebenden des Holocaust.

Eine Ausstellung des Fördervereins Blindes Vertrauen e.V., gefördert durch Mittel der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.


Letzte Aufnahme
Fotografien von Dirk Werner

31. Januar bis 31. März 2004

Als Ausgangspunkt für seine fotografische Auseinandersetzung mit der Geschichte der Blindenwerkstatt von Otto Weidt dient ein Gruppenfoto der Belegschaft von 1941. Dirk Werner erinnert an jene blinden und sehbehinderten Menschen, die, weil sie Juden waren, von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Von den meisten von ihnen blieb nur dieses Foto.


„Vielleicht aber überstehen wir diese Zeit“
Bericht eines jüdischen Ehepaares

1. Juli bis 31. August 2001

Einer der jüdischen Arbeiter Otto Weidts war der ehemalige Bankangestellte Erich Frey. Zusammen mit seiner Frau versuchte er, sich der bevorstehenden Deportation durch Untertauchen zu entziehen. 1944 wurden sie verhaftet und in Auschwitz ermordet.

Ein Jahr vor dem Untertauchen, 1942, schrieb Erich Frey einen zwölfseitigen Bericht an seine beiden emigrierten Töchter, in dem er detailliert und sehr persönlich sein Leben unter dem Druck der NS-Gesetzgebung und der drohenden Deportation beschreibt. Der Bericht wurde in mehreren Exemplaren von Freunden aufbewahrt und nach dem Krieg an die Töchter weitergeleitet. Dieses eindrucksvolle Dokument bildet den Mittelpunkt der Sonderausstellung.

In Zusammenarbeit mit der FU Berlin haben 10 Studenten diese Ausstellung im Rahmen eines Projekttutoriums konzipiert.


Wechselausstellung  „Papa Weidt“
Aquarelle von Lukas Ruegenberg

27. Januar bis 11. März 2001

Der Künstler Lukas Ruegenberg, Schüler von Karl Schmidt Rottluff, ist Ordensbruder der Bendiktinerabtei Maria Laach. Die Ausstellung zeigt die Originalaquarelle zum Kinderbuch „Papa Weidt, zu dem Inge Deutschkron den Text verfasst hat. Das Kinderbuch erzählt die Geschichte der Blindenwerkstatt Otto Weidt.