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Postkarten aus Theresienstadt

Otto Weidt schickt in den Jahren 1943 und 1944 mit der Unterstützung einiger Helferinnen und Helfer mehr als 100 Lebensmittelpakete an seine im Ghetto Theresienstadt inhaftierten Arbeiter, deren Angehörige und Freunde. So hilft er ihnen zu überleben.

Die nationalsozialistische Propaganda stellt das Ghetto Theresienstadt, etwa 60 Kilometer nördlich von Prag gelegen, als „Altersruhesitz“ für Juden dar. Die Wirklichkeit in Theresienstadt jedoch unterscheidet sich mit Hunger, Krankheit und Tod kaum von den Lebensbedingungen in den Konzentrationslagern.

Für die Gefangenen ist der Postverkehr die einzige Möglichkeit zum Kontakt mit der Außenwelt. Sie dürfen einige zensierte Postkarten schreiben und sich für Pakete mit einer vorgedruckten „Empfangsbestätigungskarte“ bedanken. Manchmal gelingt es den Gefangenen, durch versteckte Hinweise auf ihre Not aufmerksam zu machen. So adressiert beispielsweise Georg Licht eine Karte an „Otto Weidt, Kartoffelgroßhandel“, oder Alice Licht gibt als Absender „Alice Licht geb. Sorge“ an.

Alle ehemaligen Arbeiterinnen und Arbeiter werden von Theresienstadt aus in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Nur Alice Licht überlebt.

 

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Postkarte von Alice Licht an die Blindenwerkstatt
Postkarte von Alice Licht an die Blindenwerkstatt