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Das jüdische Kinder- und Altersheim Niederschönhausen

Nach dem Krieg unterstützt Otto Weidt den Wiederaufbau des jüdischen Kinder- und Altersheimes in der Moltkestraße 8-11 in Berlin-Niederschönhausen. Nach der Befreiung wird es der erste sichere Ort für Kinder und ältere Menschen, die der nationalsozialistischen Judenverfolgung entkommen waren.
 
Der Wiederaufbau ist mit Schwierigkeiten verbunden. Es fehlt an Kleidung, Wäsche, Geschirr, Möbeln, Heizmaterial und Baustoffen. Das Heim ist auf private Spenden angewiesen. Otto Weidt unterstützt es mit Geld- und Sachmitteln. Die jüdische Hilfsorganisation „American Joint Distribution Committee“ und das Schweizer Rote Kreuz versorgen die Heimbewohner mit Lebensmitteln.
 
Das Ziel, einen Ort für Kinder zu schaffen, an dem sie ohne Angst leben können, lässt sich jedoch nur einige Jahre verwirklichen. Die antisemitischen Tendenzen im Zuge der Stalinisierung der DDR führen zur Flucht zahlreicher Mitglieder der Jüdischen Gemeinde. Auch der Leiter des Kinderheimes Siegfried Baruch flüchtet im Januar 1953 mit zwölf Kindern nach Westberlin. Kurze Zeit später endet die Geschichte des einzigen jüdischen Kinderheimes in der DDR. Das Altersheim existiert bis 1989.

Gruppenfoto Jüdisches Kinderheim Niederschönhausen