Themen/Die Blindenwerkstatt Otto Weidt

Die Blindenwerkstatt Otto Weidt

1936 gründet Otto Weidt die „Blinden-Werkstätte Otto Weidt“, die sich zunächst in Kellerräumen in der Großbeerenstraße 92 in Berlin-Kreuzberg und seit 1940 in der Rosenthaler Straße 39 in Berlin-Mitte befindet. Die Werkstatt erstreckt sich über das gesamte erste Stockwerk des Seitenflügels. In der Werkstatt stellen jüdische Blinde und Gehörlose Besen und Bürsten auch im Auftrag der Wehrmacht her. Daher wird der Betrieb als „wehrwichtig“ eingestuft. Otto Weidt kann durch Bestechung von Gestapo-Beamten seine Arbeiter eine Zeit lang vor der Deportation schützen. Die Blindenwerkstatt produziert – nach den Deportationen 1943 mit einer stark verkleinerten Belegschaft – bis kurz vor Kriegsende. Nach dem Krieg wird das Unternehmen von Otto Weidt und nach seinem Tod im Dezember 1947 von seiner Ehefrau Else Weidt weitergeführt. Das Wirtschaftsamt des Ost-Berliner Magistrats löst die Blindenwerkstatt 1952 auf.

 

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Otto Weidt. Quelle: MBOW
Otto Weidt