Themen/Arbeit in der Blindenwerkstatt

Arbeit in der Blindenwerkstatt

1941 sind etwa 35 Menschen bei Otto Weidt beschäftigt, hauptsächlich blinde, einige gehörlose und wenige sehende Juden. Der Arbeitsplatz wird ihnen durch die „Einsatzstelle für Juden“ des Berliner Arbeitsamtes zugewiesen. Die Gestapo kontrolliert die Werkstatt regelmäßig.

Otto Weidt beschäftigt drei Juden im Büro, obwohl dies streng verboten ist. Über eine interne Klingelanlage werden sie vor Kontrollen der Gestapo gewarnt und verstecken sich in einer Nische unter der Treppe.

1942 werden die jüdischen blinden und gehörlosen Arbeiter in der Werkstatt festgenommen und in das Deportationssammellager in der nahe gelegenen Großen Hamburger Straße 26 gebracht. Weidt verweist auf die „Wehrwichtigkeit“ seiner Produktion und besticht die Gestapo-Beamten. So kann er die Freilassung seiner Arbeiter erwirken.

Am 27. Februar 1943 sollen alle noch in Berlin lebenden Juden im Zuge der „Fabrik-Aktion“ deportiert werden. An diesem Tag bleibt die Werkstatt nach einer Warnung geschlossen, jedoch werden fast alle Arbeiter Otto Weidts in ihren Wohnungen oder auf der Straße festgenommen und in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert.

In der Zeit von März 1943 bis Kriegsende sind nur noch wenige Arbeiter bei Weidt beschäftigt. Neben drei nichtjüdischen Arbeitern sind dies Juden, die mit Nichtjuden verheiratet sind oder einen nichtjüdischen Elternteil haben, und einige versteckt Lebende wie Inge Deutschkron, Alice Licht, Erich Frey, Chaim und Max Horn.

 

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